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Samstag, 26. Januar 2019

Transdementia praecox oder Lol'Sophies Ende (1)


Am Ende des psychospirituellen Individuationsprozesses tritt an die Stelle des Über-Ichs das Gewahrsein. Objektiv betrachtet scheinen sich die  beiden "Mechanismen" auf's Haar zu gleichen. Würde ich einem herkömmlichen angepassten Ich-Psychologen mein neues Denken und Erkennen (erkennendes Denken, denkendes Erkennen) schildern, könnte er gar nichts anderes tun, als diagnostizieren, dass ich offenbar von einem spirituellen Zensor beherrscht würde, der jede Ego-Regung als böse und schlecht erkennt und zu eliminieren oder verdrängen suchte.

Wie ich schon oft erwähnte hat sich mein Denken seit jener Nacht in 2011 einerseits total verändert, bzw. ist es in stetiger Veränderung begriffen, infolge ändert sich natürlich auch der Sprachgebrauch. Andererseits aber hat es sich nicht groß verändert, vielleicht nur in der Weise, als ich jetzt fähig bin, den Verstand weiterhin zu nutzen, im Gegensatz zu früher aber lerne, ihn auf die rechte Art und zu gegebener Zeit zu gebrauchen. Ich denke und spreche auch nicht mehr gerne von Spiritualität und Gott, was m. E. aber notwendig wird, wenn man von Evolution spricht. Keine Evolution ohne Involution.

Wie schon oft erwähnt, sind Wunsch-, Planungs- und Absichtsbekundungen jeglicher Art für mein  transegoisches Ich sehr schwer zu formulieren und wenn ich ab und an doch noch welche äussere, dann muss ich gleich darauf schon drüber lachen.  Das gilt für  Zielsetzungen jeder Art. Kommt es doch mal vor, dass ich schreibe oder sage, dass ich dies und jenes tun WERDE oder tun WILL,  ist mir sofort bewusst, dass es nur hohle "Versprechungen" sind, die ich gleich darauf vergessen habe, weil es mir sehr schwer fällt, etwas in  meinem Gedächtnis zu behalten, was ich in der Zukunft zu tun geDENKE. Das liegt nicht am Alter, sondern weil ich  weder Begehren noch einen Willen habe, ihn durchzusetzen.  Entweder "kriege" ich etwas spontan, JETZT, oder gar nicht.
Das Formulieren von Absichten ist einfach unstimmig und entspricht nicht mehr meinem Bewusstsein.
 Der sprachliche Gebrauch des zukunftsorientierten  "Ich WERDE tun" stößt bei mir auf Widerstand, deshalb drücke ich mich lieber  in der Präsenzform aus, wobei ich genau das auch tue, was ich ansonsten nur ansage  und ich tue es SOFORT. JETZT,   was ich im Future-Modus nur irgendwann zu tun beabsichtigen scheine.     Auf diese Weise muss ich nichts im Gedächtnis abspeichern und in der Warteschleife halten,  kurz: ich muss mich nicht (krampfhaft) erinnern, sondern kann spontan das tun, was JETZT notwendig ist.
Konkretes Beispiel: Gestern hatte ich die Idee,  - zu einem SPÄTEREN Tageszeitpunkt -  meine Freundesliste zu reduzieren und so postete  ich eine Info an die Facebook-Friends-Gemeinde. Die erste Formulierung ging so:


Achtung Achtung, wegen FB-Streßbefalls WERDE ich meine Facebook-Freundesliste reduzieren.
Darüber kam ich wie gewohnt ins Stolpern, derweil ich sofort gewahr wurde, dass ich diese Absicht  evtl.gar nicht realisieren kann, wenn ich es nicht sofort tue. Also schrieb ich:
(...)wegen FB-Streßbefalls REDUZIERE ich meine Facebook-Freundesliste ...

DAS ist ein Statement! (By the way: Ein Ich-Psychologe könnte hier diagnostizieren, dass es ein perfektionistisches Über-Ich wäre, was mich zu solchen Überlegungen anstachle...lol.) Was ich mit dem komplizierten "Geschwurbel" veranschaulichen will? Ich kann mir nichts mehr vornehmen! Ich KANN nichts mehr  planen.  Ich MUSS die Dinge SPONTAN erledigen,  wenn ich das nicht mache,  VERGESSE ich sie.
Irgendwie will sich meine  Sprache und mein Tun miteinander in  Einklang bringen.  Auch die Sprache will sich verEINfachen und meinem Gegenwärtigsein anpassen und annähern... 
Annähern, genau, eben eben- das alles ist so  schwer zu beschreiben, weil sich Präsenz (=Einheitsbewusstsein) gar nicht bw. nur in annähernden Worten beschreiben läßt. Sprache und Gegenwärtigkeit  schliessen einander völlig aus! Paradoxerweise scheint es mir, dass ich um so mehr schreibe, um so mehr sich die Sprache vereinfacht...

Termine einzuhalten ist noch schwerer  bzw. wird immer schwerer, je weniger Termine ich habe.   Je MEHR Termine ich habe und wahrnehme, desto strukturierter ist mein Tag und mein Bewusstsein. Es ist ein ständiges Schwanken zwischen Ordnung und Chaos. Bindung und Lösung.
Wider Erwarten gewöhne ich mich aber auch relativ schnell wieder daran und mir bewusst, wie schnell alles  wieder zur Routine erstarren kann:  Jeden Tag nur ein einziger Termin -  irgendwo zur Krankengymnastik, Sport, Rathaus oder andere Erledigungen -  kostet mich ja einige Stunden Zeit und das heisst, dass ich mich zwangsläufig  einschränke in dem Sinne, dass ich den zeitlosen nach  Innen orientierten vertikalen BW-Modus verlasse, um im Modus  linearer raumzeitlicher Aussenorientierung meinen "Verpflichtungen" - den Anforderungen der "realen" Welt nachzugehen. Eine "Entfremdung", die mich aber nicht mehr aus den Latschen kippt bzw. aus der SELBSTzentrierung, wie dies früher noch oft der Fall war, als das Gewahrsein noch  nicht stabil war  und ich  mich sofort heimatlos und aus der Gnade gefallen fühlte, wenn die Welt "da draussen"  Aufmerksamkeit von mir forderte.  Das ist heute nicht mehr so, ich halte mich ohne Gewinn- oder Verlustgefühl in beiden "Welten" oder Ebenen auf. Da ist kein Unterschied mehr in der Qualität der Wahrnehmung.  Keine Pause, kein "unendlicher Abgrund" mehr.

Einmal mehr erkenne ich,  auf welche Weise sich der Egomind die Zeit strukturiert, wie sehr der Mensch von der Zeit geknebelt und  "in's Geschirr genommen" wird. Aber diese Erkenntnis erschreckt mich nicht mehr.  Angst, wieder in Routine zu erstarren, kenne ich auch  nicht.  (Diese blitzartigen Einblicke in die Abgründigkeit der Zeit,  wie sie mich im Kontext von Schattenintegration heimsuchten, waren für mich immer schreckliche Torturen, die den ganzen Leib-Seele-Organismus schockten. Alles wehrte sich dagegen... bis wirklich auch die letzte Zelle glücklich war,  dauert es noch eine geraume Zeit.)

Ich fällt mir morgens schwer zu sagen, welchen Tag wir haben und wenn es mir einfällt, kann ich das nicht speichern. Früher hatte jeder Wochentag eine ganz bestimmte gefühlsmäßige Färbung , so gab es ein bestimmtes "Montagsgefühl" und dieses verliess mich tagsüber nicht, ausser wenn ich die Zeit vergass, was früher aber nicht in dem Ausmass  der Fall war, wie JETZT.

Es gibt Spirituelle,  die mir diese Vergesslichkeit/Zeitlosigkeit nicht "abnehmen", die sollten mich mal einen Tag lang beobachten, wie kopflos ich durch die Gegend laufe, wie chaotisch meine Handlungen sind, wenn ich nicht gerade am Schreiben bin.  Ständig werde ich geistig total absorbiert und alles andere vergesse ich. Ich fang etwas an zu tun und lass es gleich darauf liegen, weil "es" mich schon wieder fortträgt.  Kaum eine Tätigkeit wird zu Ende geführt, bzw. dauert es seine ZEit, bis ich mich wieder erinnere.
Morgens stehe ich zwischen 7 und 9 Uhr auf, gucke meist nicht auf die Uhr und wenn ich gucke, vergesse ich die Zeit  gleich wieder und weiss erst welchen Tag wir haben, wenn es von der Welt drastisch eingegefordert wird oder mich irgendein äusserer  oder innerer Reiz daran erinnert, dass ich Termine hab. (Das ist für mich "Stress", nur  dass ich mich nicht darüber errege;  der Stress liegt darin, dass ich mich nicht beeilen kann,  weil ich keine schnellen Bewegungen mehr machen kann und ich zudem schnell Luftnot bekomme bei Anstrengungen. Schliesslich bin ich schon ein Altes Mädchen von 72 Jahren, habe mich  quasi schon ins  Seniorenzentrum eingeliefert und kann mir meine "Zerstreutheit" und Altersschwachsinnigkeiten jeglicher Art ohne Skrupel oder Scham  leisten - Hauptsache, der Geist bleibt beweglich. lol)

Einen Plan habe ich nicht, aber es sind immer dieselben Tätigkeiten, die ich morgens absolviere. Wann ich damit fertig bin, steht allerdings in den Sternen. Ich setze vielleicht um 8 Uhr Kaffee auf, der 2 Stunden später erst fertiggestellt ist (Handfilterung) Fang an, mich anzukleiden, komme bis zur langenHose, Socken und das Nachthemd ziehe ich erst am Mittag aus. Manchmal vergesse ich die Socken, merke das erst, wenn meine Füße eiskalt sind und ich ein komisches unangenehmes  Druckgefühl auf der Brust fühle, was mir sagt, dass der Blutdruck zu hoch ist und ich am besten einen Keks und meine Morgenbanane banane esse.  (Meine Wohnung/EG steht auf Fels und ist in den Felsen hineingebaut, sehr kalt, im Winter nur bis grad mal 19 Grad beheizbar. Für ältere Knochengestelle eine absolute Fehlplanung. Na ja, das Christl. Seniorenzentrum, dem ich angegliedert in einem separaten Bau wohne, Nordseite, der zudem noch in einen steilen Berghang hineingesetzt wurde, war ursprünglich ein Kurheim und keinesfalls für alte Leute konzipiert. 4 Etagen, kein Aufzug, eine steile, schwindelerregende,  weil vergitterte Metall-Wendeltreppe oder wahlweise ein steiler Fussweg,  der von der Strasse zum Haus hoch führt oder ein etwas längerer Umweg durch den Wald zur Haupttür, der nicht viel weniger steil ist. Aber die Leute, die bislang in diesem Haus gestorben sind, wurden immer steinalt! :D Es ist so: Man kann Betreuung kriegen, wenn man sie braucht, dann muss man sich nicht mehr selbst versorgen und wenn das Ende naht, wird man bis zum Tod auf die andere Strassenseite hinuber in die Pflege gebracht. Solche Plätze, wie ich einen habe, sind insbesondere  von Menschen ohne Angehörige sehr begehrt, da hat man quasi ausgesorgt und muss sich keine Gedanken mehr über die Zukunft machen.  Sollte irgendetwas passieren, ist sofort jemand da. Für mein Budget zwar etwas sehr teuer, aber grad noch finanzierbar. 

Das Haus ist kalt und auch die Kontakte untereinander sind sehr unterkühlt, was mich aber nicht stört, da ich keine Bedürfnisse mehr nach menschlicher Nähe habe. Man hält die Bekanntschaft grad so aufrecht, dass keine Entfremdung eintritt und jeder jeden jederzeit wiederkennen kann... ein paar Sätze nur -   "soziale Geräusche", - wenn man sich mal unterwegs im Haus  oder auf der Strasse trifft, was selten vorkommt. Man hockt sich hier nicht auf der Pelle und wahrt allgemein eine angenehme freundliche Distanz. Länger als 10 Minuten spricht man nicht miteinander was wohl auch am Desinteresse liegt bzw.  daran, dass alte Leute immer selbstbezogener werden und überhaupt nicht mehr zuhören können.  Wenn ich noch in irgendeiner Form bedürftig wäre, würde ich hier erfrieren.  Ich wohne nun das dritte Jahr hier und es gab noch keinen einzigen Konflikt zwischen den Mietparteien.  Jeder gibt sich hilfsbereit, nimmt aber Hilfe kaum in Anspruch, weil er dafür dafür Sorge trägt, dass dieser Fall nie eintritt.  Niemand drängt seine Hilfe anderen auf.

Dieser Winter ist der erste Winter, der mir richtig spürbar in die Knochen geht. Diese  körperliche Hitze, die mich wärmte und die ich nach der Großen Feuertaufe im Jahr 2011 spürbar ausstrahlte, hat sich schon lange wieder zurückgezogen und körperlich wird mir nunmehr kälter und kälter. Mir tut alles weh, die Gelenke.. die Haut;  seit ein paar Tagen muss ich mir angewärmten !! Pullover/Jacken anziehen, weil die Haut meines Rückens  bei Erstberührung derartig schmerzt, als hätte ich die Jacke aus dem Eisfach geholt. Das kannte ich bislang gar nicht.... hm... eine Empfindung ähnlich der, wenn Japanisches Heilöl auf Schleimhäute trifft. Boahhh... :D (keine Angst, ich lache noch! Ah, gestern habe ich meinen Facebook Nickname von Lol'Sophie in Lall'Sophie geändert. Das erkläre ich jetzt aber nicht, he he )

Werde ich nun alt oder bin ich's etwa schon?
Hm... was ich zur Zeit nicht alles habe:  Ich habe Rücken, ich habe Knie, ich habe Blutdruck...habe Beine...
Das Bewusstsein, dass  ICH in WAHRHEIT nicht  Rücken, Knie und Blutdruck BIN, hat sie nicht aus der Welt geschafft.  Erleichternd ist, dass ich zumeist in einer größtenteils schmerzbefreiten Gegenwart leben kann und quasi unfähig dazu bin,  mir ZEIT zu nehmen, darüber nachzugrübeln, wohin das alles führen könnte. 
Ja sicher, ab und an kommt good old Ego um die Ecke und hegt wie gewohntseine üblichen Erwartungen auf kontinuierliche Heilung, aber da ist nichts, was mich ich in irgendeiner Weise in Sicherheit wiegen könnte.
Ah, da kommt mir gerade eine Idee, aus welchem Grund es mir so unmöglich sein könnte, KONTINUIERLICHE Besserung und Heilung zu registrieren.  Vielleicht deswegen, weil ich nun den Großteil meines neuen LEBENS in einem zeitlosen SEIN lebe, in dem es per se unmöglich ist, ein WERDEN zu registrieren?  Das Kontinuum des Werdens  entzieht sich ja doch jeder konkreten Beobchtung und kann nur retrospektiv aus dem angesammelten WISSEN über die Vergangenheit geschlossen werden
Ich weiss nicht - ist es so oder scheint es mir nur so, dass es mir nun quasi unmöglich ist, "zurück" zu schauen und Vergleiche zwischen damaligem  und heutigem körperlichen Zustand zu ziehen?  Mein MIND kann ja nichts mehr anhäufen, er MUSS alles loslassen. Ich kann gar nicht mehr beurteilen, ob es mir "damals" besser oder schlechter ging als heute.
Oi jeh, jetzt muss ich erst mal frühstücken. (14.07 Uhr)


Yep, und wo ich schon mal dabei bin: An den 2  WS-Operationen aus 2017 knabbere ich immer noch. Schmerzen sind nach wie vor da, sie kommen und gehen im Stundentakt,  so dass ich keine Schmerzmittel nehmen muss, da ich die Erfahrung machte, dass sie von selbst nach einiger ZEit vorübergehen.  Eine leichte Besserung ist eingetreten, was das Laufen betrifft. Wenn ich aber hinfalle, komme ich immer noch nicht hoch. Komischerweise klappte dies nach der ersten Op an der Halswirbelsäule wieder sehr gut, ich konnte die Beine auch im Liegen wieder heben. Auch meine Hände bzw. Finger waren wieder so stark, dass ich sogar wieder kraftvoll in die Tasten meines Keyboards hauen konnte. Das alles änderte sich wieder mit der zweiten Operation an der Lendenwirbelsäule, bei der sich nach ein paar Wochen wieder dieselben Beschwerden einstellten wie vorher. - -


Zurück zum Thema Vergessen/Loslassen:
Ich lass mich schnell ablenken in meinen Handlungen. Nur beim Schreiben/Sitzen/Nichtstun   kann mich so schnell nichts ablenken. Da stehe ich ausserhalb von Raum und Zeit.
Hm... Fehlt es mir etwa an BALANCE? frag ich mich grade.  Etwa an Struktur? Ora ET labora - das hat schon seinen tiefen Sinn! Aber zu gleichen Teilen?   Gehört es vielleicht zu meiner  spirituellen Entwicklung, dass es für mich noch zu lernen gilt,  meine Aufmerksamkeit in gleicher Konzentration auf mein  Tun und Handeln zu richten, damit ich nicht ständig in den vertikalen Spurwechsel wegdrifte?  Das würde aber wieder Übung bedeuten, eine Willensanstrengung, aber der Wille ist mausetot.
Nur Kinder brauchen feste Ordnungen und Strukturen für eine gesunde  Ich-Ichentwicklung.  Und Menschen mit instabilem Ich. (Solch einer war ich, ich hatte früher immer Angst, auseinander zu fallen! Hatte Identitätsstörungen, Dissoziationen usw.))Aus transegoischer Sicht  ist Struktur  nur etwas, was das Ego daran hindert, auseinander zu fallen - das habe ich hinter mir. Ich habe die Kontrolle nunmal komplett aufgegeben. Ich kann es mir leisten, alles liegen zu lassen, was ich anfange...es besteht keine Gefahr mehr für mich ,ohne Struktur den Halt zu verlieren und  psychisch zu dekompensieren, wie dies früher zuweilen war, "vorher". In meiner neuen "Identität" bin ich so fest gegründet, dass mich nichts mehr umwerfen kann.
 . 
Ora et labora. Es ist ja nicht so, dass ich das Eine wichtiger nehme als das Andere.  Chaos und Ordnung sind ja in meinem Bewusstsein nicht getrennt, sondern ein harmonisch zusammenwirkendes Ganzes. Die enseitige geistige Aktivität, der ich mich stundenlang zeitvergessen hingebe,  strengt  geistig überhaupt nicht an, aber dem Körper tut das lange Sitzen z.Zt. gar nicht gut, auch wenn ich mich zwischendurch immer wieder bewege, es ist zu wenig.  Also doch Balance und eine Struktur in den Tag bringen? Müssige Fragen. Ich kann ja doch gar nicht anders, als spontan zu sein, warum also darüber  nachdenken, auf welche Weise ich Struktur in den Tag bringen könnte. Eine andere Beschäftigung brauche ich nicht, mehr Bewegung tät wohl schon reichen.


Im ZEN-Buddhismus legt man von Anfang Wert darauf,  dass man die Aufmerksamkeit ausbalanciert und gleichermassen auf das äussere Tun (Labora)   und beim NichtStun (Sitzen) nach Innen (Ora) richtet.  By the way: Das buddhistische Nicht-Tun ohne S ist was ganz anderes als NchtS zu tun: Nicht-Tun ist das Tun im  letztgültigen Bewusstsein des Nichtwissens, aus dem heraus alle Dinge getan sind resp. durch spontanes absichtsloses Tun  GESCHEHEN.
Und JETZT, hier am Ende wird mir einmal mehr  bewusst: Ich MUSS nichts tun, weil sich alles spontan aus sich  SELBST heraus ergibt.
Geschehenlassen...
Der Zusammenstoß mit "King Allmightymouse" neulich hat in mir gearbeitet und wie immer Früchte getragen indem er mir einen klareren Blick auf diverse psychospirituelle Vorgänge geschenkt hat, demzufolge  ich diese mit klareren Worten beschreiben kann, - so klar, dass es mir sogar möglich scheint, dass der verfressene MouseVerstand des Kings es möglicherweise sogar theoretisch VERSTEHEN könnte, wenn er nicht sogleich in Widerstand gehen würde.  (Zusämmenstöße mit King Allmighty sind - depersonalisiert betrachtet -  Zusammenstöße mit dem konzeptuellen spirituell korrekten Mind, der zuviel weiss, dessen "Weisheit" aber nicht dem Gewahrsein, sondern den Überzeugtheiten und Dogmen eines sich "allmächtig" dünkenden Verstandes entspringt, der sich anmaßt, zu verstehen, was über den Verstand geht.)
Zum wiederholten Male warf mir der King vor, dass ich nie zugeben würde, dass ich auch unbewusste Momente hätte, seiner u.a. Leute Beurteilung nach sei ich immer noch egobehaftet, wäre mir aber dessen nicht bewusst. Als Beweis führte er u.a. an, dass ich ja doch Meinungen vertreten würde, was er für voll Ego hält.) Diese Anklage kommt immer als Abwehrreaktion, wenn ich ihm signalisiere, dass er das "Tool" (Gewahrsein) nicht hat, da er vergisst, sein (Holofeeling-)Konzept  auf sich selbst anzuwenden, statt andere Leute mit  Glaubenssätzen zu konfrontieren bzw. weiss er, dass die kollektiven Glaubenssätze unsere Realität formen, vergißt dabei aber die personalen Glaubenssätze, die sein Ego formen.
Beispielsweise ist er sich nicht bewusst über den Punkt, dass er, wenn er sich bei seinen seltenen Besuchen mit mir stundenlang über "Soziales" unterhält, wobei er implizit darstellt, wie er sich, seine Frau, seine Kinder, Papa, Mama, - die Welt -  sieht, d.h., wie er aus transegoischer Sicht nur Glaubenssätze äussert, Meinungen. Insbesondere hat er ein negatives Selbstbild, welches er sich selbst ständig unbewusst bestätigt. (Er ist der Böse, die Frau ist die Gute) Das alles hält er für völlig real, ist voll davon überzeugt, dass es so ist, wie er es sagt. Er glaubt immer noch zu wissen: Ich bin so und so und dies und das, andere sind so und so und dies und jenes....
Ich selbst lasse mich immer voll ein, das bedeutet, dass ich mich aufs Spiel einlasse, als wäre es ernst. Derweil es in diesen sehr sprunghaften Gesprächen keinerlei Innehalten gibt und ich meine ganze Konzentration aufbringe, angestrengt den Worten zu folgen  um mir ein Bild zu machen im Versuch zu verstehen   ist es mir auch nicht möglich, gewisse Dinge anzusprechen,  zu vertiefen oder mal darauf hinzuweisen, in welchem Modus wir uns gerade unterhalten. Das Gespräch verläuft so rasant und ohne Pause, es springt von hier nach dorten, kein Komma, wo man mal einen Punkt zu fassen kriegen oder genauer nachfragen, vertiefen, konkretisieren  könnte. Es ist mir so gut wie unmöglich, auf einen Satz etwas genauer einzugehen, weil er im nächsten  gleich wieder viel weiter oder ganz woanders ist.

(Jaja, ich höre schon des Kings Einwand, wer sich Bilder mache, sei unbewusst. Aber sicher mache ich bzw. bedarf ich immer noch der Vorstellungsbilder, im Gegensatz zu Dir ist mir dieser Vorgang aber BEWUSST!)
Ja,
und ich folge ihm in seinen BocksSprüngen, mache innerlich nicht dicht, weil ich das nicht mehr kann und wenn er geht, läßt er bei mir nichts als ein großes Fragezeichen zurück.
 

Die Frage geht darum, wann das Ego "tot" ist und ob es noch Ich-Anteile nach der Großen Befreiung gibt.
Vorausschicken möchte ich, dass ich mich bislang über diese Angelegenheit widersprüchlich geäussert habe, z.B. sagte ich zu Anfang meines Neuen Lebens, dass das Ego mausetot ist und später revidierte ich das, indem ich angab, dass nicht das GANZE Ego "tot" sei, sondern nur der Zensor und dass da aber immer noch "Rest-Ich-Anteile" wären.

Das ist so nicht ganz richtig beschrieben, weshalb ich das präzisiere, weil ich das im Moment viel klarer sehe und  jetzt bessere Worte dafür finde, die aber nicht weniger widersprüchlich, weil es ein Paradox ist oder wie eines erscheint, so dass der Verstand damit auch sein Kreuz haben wird, denn das Ego ist gleichzeitig auf eine Weise so "tot", dass Letztgültige  Befreiung eintreten kann, andererseits aber nicht so tot, dass sich auch hinterher nicht ab und an eine  Ego-Regung zeigen würde :

Zum Ersten - Die Voraussetzung: 
Letztgültig befreit wird man durch die Letztgültige Erkenntnis, in der sich das Gewahrsein permastabilisiert dadurch, dass  es sich SELBST erkennt. 

Zum Zweiten - Die Große Erfahrung: 
In  Letztgültiger Befreiung wird das Rest-Ego* letztgültig und sehr spürbar "verbrannt", die Ego-Wogen haben sich geglättet, sonst gäbe es nicht das Gewahrsein der  Leere und die mystische Erfahrung von Weihnachten (Neugeburt), Osten (Auferstehung) und Pfingsten (Herniederkommen des Hl. Geistes bzw. Gewahrsein) zugleich.
Ab diesem Punkt wird sich das neu geborene ICH langsam aller göttlichen Attribute gewahr, mit denen das Neue Ich bzw. Leben gesegnet ist.    (Radikale Umkehrung und Polsprung vom Ego zum SELBST in der  Erkenntnis: Ich war tot und nun LEBE ich.)
*Rest-Ego deshalb, weil durch eine mehr als weniger lange Zeit der Schattenintegration das Ego schon rapide abgenommen hat!

                                                                                                         
Zum Dritten - Das Nachspiel: Es gibt immer noch Ich-Anteile, (abgeschwächte Angriffsgefühle,  Angstgedanken, Genervtsein, Ungeduld, Ärger, Erwartungen usw. )  die sich ab und an melden, sich aber NICHT durchsetzen können. Und zwar aufgrund dessen, weil  der Bewusstheitsstrahl des GEWAHRSEINS die Durchsetzung (Identifizierung)  VERHINDERT! Und zwar in dem Moment, wo das Gewahrsein der  GEDANKEN gewahr wird, welche die Gefühle auslösen. Was sich nach meiner Erfahrung nicht mehr zeigt, sind neurotische Anwandlungen.
Oops,  klingt das nicht ganz  nach "Schrödingers Katze"? 


Ach so, die Frage ist wohl noch nicht beantwortet, was ich so zwischen meinen abgebrochenen Handlungen treibe, ausser geistig  "abdriften"? natürlich SCHREIBEN. Ich schreibe fast den ganzen Tag.   Wordpad - mein digitales Notizbuch quillt aus allen Nähten!
  Facebook ist auch eines meiner Notizbücher. Ich schreibe überall hin, wo eine geistige Unwahrheit erscheint, in jede Leerstelle, jede Kommentarspalte, und ich schreibe keinen archivierten Alten Käse, sondern immer "lebendige WAHRHEIT" aus dem Moment heraus. Dabei bediene ich mich auch der toten relativen Wahrheiten/Fakten der sog. Realität. Die sind gefordert, weil noch einiges an Ich (=Welt) zu integrieren ist. Meine Facebookseite dient der Integration. Ich sammle "Fakten" solange, bis sie transformieren und sich in den Kosmos einfügen, der ICH (geistig) BIN und der ich sein WERDE in dieser absoluten SUBJEKThaftigkeit meines GEISTES, der ich mir bewusst bin, die ICH BIN und in die ich im Bewusstsein hineinwachse, Teil und Ganzes zu sein. In der Einheit von Sohn und Vater. Reich Gottes.

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Es ist immer dasselbe mit dem falschen King: Der spirituell korrekte  Egomind verlangt ständig danach,  der WAHRHEIT bzw. WAHRnehmung auf Augenhöhe zu begegnen. Dem echten KING (SELBST) bleibt dann nichts anderes übrig, als das Freie Kind zu mobilisieren, welches dem falschen King den Spiegel vorhält: Der Kaiser ist nackt. Erfolgt Einsicht, springt das Schwein von der Klippe... Lol

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ICH BIN = Boddhisattva-Geist 

So eben brachte ich mühsam und mit schmerzhaft bleiernen Beinen den vollen Papiermüllbehälter die Treppe hinauf zum Abfall, als ich mit jeder Stufe immer stärkere Luftnot bekam. DAs fing schon an, als die Nachbarin kurz zuvor bei mir klingelte, dass ich beim Aufstehen aus dem Stuhl und auf dem Weg zur Tür merkte, wie schwer alles ist, der Körper, das Sprechen... Wir gingen miteinander hinauf während  ich kurz Auskunft darüber gab, wie's mir quasi von Moment zu Moment ging, die Nachbarin hatte ein anderes Thema,  dann konnte ich nichts mir hören, nichts mehr sprechen, mir wurde erst neblig, dann schwarz vor den Augen, die Nachbarin schwätzte weiter, guckte kaum auf, verschwand in ihrer Etage, als die Pastorenfrau von oben herunter kam, merkte, dass es mir nicht gut ging, machte ein paar wohlmeinende Geräusche und schwätzte und schwätzte... Auf meine Bitte brachte sie einen STuhl, derweil ich weiterhyperventilierte... sie schwätzte davon, dass ich die Wäsche doch heute abhängen soll, jaja, die sei schon trocken - Ich: ja danke, wie lieb von Ihnen, mir das zusagen, Frau X. mach ich noch heute, wenn ichs nicht vergesse.... Dann hob sie den Deckel meines Papierbehälters, stellte fest, dass da nicht "getrennt" sei und wollte tatsächlich damit anfangen  meinen Müll zu sortieren, und schwätzte  und fragte, und zwang mich damit zu Erklärungen, die ich nur langsam und mit luftholenden Pausen abgeben konnte:  dass sie das nicht tun solle, weil es nur die eine Milchtüte sei, die ich gerade eben versehentlich zum Papier hineinschob, sie solle mir besser ein Glas Wasser bringen...
Herr Gott nochmal! Das sind Momente, da spüre ich so ein leises schnorchelndes Grummeln in der Kehle und es fehlt nicht viel und ich fange an an laut zu knurren.... WEIBER! :D

Ja, aber das Eigentliche kam, als ich beim Gedanken an einen möglichen Herztod einen Widerstand spürte und mir der Gedanke an Hingabe nicht besonders gut gefiel, dafür aber der Gedanke, diese Welt (=Ich) nicht ganz zu verlassen immer besser, so dass  ich mir eine Wiedergeburt gut vorstellen konnte unter der Bedingung, dass ich bewusstseinsmäßig an dem Punkt anschliesse, in  dem mein Leben geendet hat. Und da hat es mal wieder bei mir geboingt: Dass ich in meinem Tun ( Erkennen, Schreiben, Mitteilen) und in meinem Letzten Wunsch von  nichts anderem als dem sog. Bodhisattva-Geist angetrieben bin, dem archetypischen Geist, von dem es  heisst, dass er sich so lange auf der Erde inkarniert, bis auch das letzte Wesen erlöst, erfüllt, befreit ist.

Ich habe kein Lehr-System, ich erkenne mehr und mehr die Bedeutung der alten spirituellen Systeme und ihrer Archetypen, benenne sie in den althergebrachten Begriffen und fülle sie so von innen heraus gewissermassen mit  "Fleisch".

Hm, ich GLAUBE ja nicht an Wiedergeburt, aber grade eben kam mir eine Idee, ein Zipfel eines Bildes (oder "Struktur",) welches noch nicht ganz klar ist. Vielleicht kann ich wenigsten die Frage formulieren:  Könnte es nicht sein, dass es letztgültig so etwas wie Nirwana im herkömmlichen Sinne gar nicht gibt, dass es keinen rein transzendenten Gott für sich allein gibt, sondern immer nur inkarniertes göttliches Bewusstsein. Form ist Leere und Leere ist Form. Unteilbar.
Das ist für mich keine neue Erkenntnis, sondern sieht nur völlig neu aus, weil sie in meinem Bewusstsein in einem anderen Kontext erscheint. Hm... möglicherweise muss ich in einem nächsten Leben Mathematik studieren, um das zu begreifen, was sich jetzt noch nicht von mir beschreiben läßt.

In der fortschreitenden Vergöttlichung/Vergeistigung geht es darum, den Kosmos von Innen her zu umfassen/Integrieren. Da der Kosmos so unendlich ist wie Gott, das Unendliche Bewusstsein unendlich ist, gibt es niemals so etwas wie ein Ende.
Das Wissen ist schon da, es ist uns in diversen Schriften an die Hand gegeben, ein Mensch kann es nur nicht in einem Leben erfassen. Der Geist müßte sich also wieder und wieder inkarnieren....

Wenn man vom Reinen GEIST spricht, dann glaubt der Egomind meist, es handle sich um einen entkörperten Geist jenseits der Materie. Dem ist nicht so, der GEIST ist REIN im Sinne von unverzerrter WAHRnehmung und frei von egoischen Beimischungen.

 


Anmerkung zur Person:
Ich habe nicht studiert, keine höhere Schuldbildung,
Ich hatte in meinem Leben zwar viel gelesen, aber wenig verstanden. Die meisten spirituellen oder psychologischen Begriffe, die ich in meinen Texten verwende, sind nicht "gepaukt", sondern "zugefallen". Meine Definitionen dieser Begriffe sind oft freie Assoziationen und stimmen nicht immer mit der staatlich anerkannten Bedeutung überein.

Mittwoch, 26. Dezember 2018

Dem bleibt am Ende heitres Lachen, der aufhört, sich 'nen Kopf zu machen, la la la

.Fundstück

"Alles zu fühlen, was ist, und die Position des Zuschauers auf das eigene Leben einzunehmen, sorgten in der Vergangenheit für viel Verwirrung.
Wenn Du in der Position des Zeugen bist, besteht die Gefahr, dass Du die Geschehnisse und Gefühle lediglich beobachtest, anstatt sie zu fühlen und wahrhaftig zu erleben. Darauf wird so viel an Meditationstechnik und Praxis verwendet, dass es Menschen gibt, die auf diesem Weg die Natürlichkeit und den Kontakt zum wirklichen Fluss des Lebens verlieren.
Eine Vermeidung des Erlebens und der Erfahrung, der Freuden und der Schmerzen durch ein dissoziierendes Beobachten verhindert auch die Chance, die Unendlichkeit zu erfahren. Das Leben wird zu etwas Abgetrenntem und das Innere etwas Künstliches."
(Christian Meyer)

Ok, ich gehe erst mal dem für mich "Verwirrenden" in dem vorliegenden Text von Ch. Meyer nach. Was hier  auf den ersten Blick so klug und weise, so einfach, einleuchtend und glaubwürdig klingt und manchen gläubigen Gemütern lieblich in den Ohren klingt, ist es nämlich ganz und gar nicht. Alles, was hier gesagt wird. ist nicht WAHR, denn es entspringt (falschen) Vorstellungen von dem, worüber sich der Verstand als solcher per se keine Vorstellungen machen kann und darf  und sich ein sog. "Spiritueller" darüber bewusst sein sollte.
Was " in der Vergangenheit für viel Verwirrung sorgte", wird durch Herrn Meyers Erklärungen auch  nicht klarer. Und auch ich verspreche hier in allem heitren Ernste, dass ich nicht dazu beitragen werde, ganz im Gegenteil... lol

Zum ersten: Man kann Gefühle nicht bezeugen, derweil man mit Gefühlen identifiziert ist ! Der "Zeuge" - der nichts anderes als der Fokus des Gewahrseins ist -  basiert ja doch auf der Abwesenheit von egoischem Denken und Fühlen! Wo man aber mit Gefühlen resp. Ego noch identifiziert ist, gilt, es die Gefühle zu FÜHLEN! Das Ego kann Gefühle nicht beobachten, genausowenig wie es Gedanken in flagranti ertappen kann, sondern sich ihrer nur retrospektiv erinnern und über sie nachdenken.  In diesem Sinne gibt es recht eigentlich auch keine  Dissoziation von den Gefühlen. Gefühle kann man entweder fühlen oder verdrängen. Gefühle und Gedanken lassen sich WÄHREND des Fühlens und Denkens einfach nicht zeitgleich  beobachten. Sobald man z.B. wütend ist, ist man identifiziert und der Zeuge gibt den Geist auf. Nochmal: Gewahrsein kann Wut nicht erkennen, weil seine Funktion auf der Abwesenheit egoischer Attribute gründet!


Ja, da gibt es in der Tat viele Spirituelle, die die neutrale transegoische WAHRnehmung zu "üben"  versuchen bzw. imitieren, indem sie bemüht sind, ihr Denken und Fühlen auf "neutrale" Weise zu betrachten, d.h. sie versuchen, auftauchende Gedanken und Gefühle, ohne Wertung und Benennung "wie Wolken am Himmel einfach so vorbei ziehen zu lassen". Solche Übungen werden sogar von einigen spirituellen Lehrern empfohlen. Meiner Erfahrung nach wird aber bei solchen Übungen, wie so oft, das Pferd von hinten aufgezäumt, indem das MacherEgo absichtlich und willentlich etwas zu machen versucht, derweil es mental in's VORAUS setzt, was am Ende des BW-Prozesses ein GEGEBENES ist. (Zirkelschluss).

Solange man unbewusst ist, bzw. mit seinen Gedanken und Gefühlen identifiziert ist, werden solche Übungen gar nicht funktionieren.  Es ist das Ego selbst, welches  hierbei nur den sog. "Zeugen" sowie auch  dessen "neutrale Beobachtung" des Gewahrseins simuliert.  Dabei vertauscht es die Ebenen und verwechselt die normale egoische Aufmerksamkeit/Achtsamkeit mit der höheren Form der Bewusstheit bzw. dem Gewahrsein des sog. Zeugen!  Zeuge sein, heisst aber, letztlich nicht Gefühle und sinnliche Phänomene, sondern transegoische WAHRHEIT zu bezeugen.
Versucht man nun eine neutrale=transegoische  WAHRnehmung zu üben, dann  verdrängt man nur, was man mit Aufmerksamkeit bzw. Achtsamkeit annehmen und würdigen sollte. Dabei stellt sich Entfremdung von den Gefühlen ein, eine pathologische "Dissoziation",  die man in spirituellen Kreisen  oft fälschlicherweise für eine gelungene Ego-Entrückung hält. Eine Dissoziation, die auf Verdrängung basiert,  kann per se keine BEWUSSTE Desidentifikation bzw. Dekonstruktion egoischer Anteile sein, die nur aufgrund  bewusster Identifikation  mit den unbewussten/verdrängten Anteilen geschieht.

Ganz im Gegenteil ist es im Kontext der psychospirituellen Individuation/Ichentwicklung sehr wichtig zu lernen, alle auftauchenden Gefühle nicht nur zu  fühlen, sondern vor  allem erst einmal zu benennen. Anders wird deren Transformation nicht gelingen, als dass man sich seine Gefühle und Gedanken VOLL bewusst macht, indem man sie evtl. verstärkt und benennt. Dies ist keineswegs leicht, denn viele Menschen sind gar nicht im Kontakt mit ihren Gefühlen und können sie daher auch nicht benennen.  Aber gerade solche sind es häufig, die aus ihrer Not eine spirituelle Tugend zu machen versuchen und nicht merken, dass sie mit ihren unheilvollen Bemühungen nur ihre Neurose verstärken. Traumatisierte Menschen  z.B. haben oftmals gelernt, sich durch Dissoziation von ihrem Ich zu lösen, um sich von ihrer Wahrnehmung und ihrem Schmerz der Erfahrung zu distanzieren. Auch wenn diese Art des Selbstschutzes zunächst legitim ist, entfremdet man sich auf diese Weise jedoch immer mehr von sich selbst, statt zu sich selbst zu finden.

In den "WIRKLICHEN  Fluss des Lebens" (Tao) kann man durch solche Meditations-Praktiken nicht kommen.    Wenn Meditation nicht dazu führt, dass man sich der pychischen Widerstände gegen die persönliche wie auch gegen die überpersönlichen Wahrheiten bewusst wird, dann taugt sie nicht.
Wer ACHTSAMKEIT übt und eben dadurch auch im Kontakt mit seinen Gefühlen kommt oder ist, wird solcherart "Meditation" sofort durchschauen, als das, was sie sind: Fake. Wo Achtsamkeit ist, geschieht nämlich Transformation, wer achtsam ist, kann sich m. E. nicht mehr derart von s(ich) entfremden, dass er vergisst, seine Gefühle anzunehmen und zu fühlen. Achtsamkeit erst führt zum "neutralen" ist unverzerrten "Zeugen"=Gewahrsein. Gewahrsein ist jenseits von Gut und Böse.  Achtsamkeit ist nicht "neutral", Achtsamkeit ist erst mal Empathie=Einfühlung in mich selbst.

Merke: Bevor man sich des Fluss' des Tao's bewusst wird, muss erst mal das Ich in Fluss kommen, d.h. kongruent werden. Zum "Vater" kommt man nur über den "Sohn"!
Das neutrale SCHAUEN (Gewahrsein/Bewusstheit) stellt sich durch kontinuierliche Schattenintegration ganz von SELBST ein. Alles was ES dazu braucht, ist ACHTSAMKEIT.

Das Ich muss seine Angst vor dem Leben überwinden und erst einmal lernen, sich wirklich und voll und ganz EINZULASSEN auf das "Leben" bzw. primär auf sich selbst, statt dem "Leben" gegenüber eine künstliche und pathologische Position eines Zuschauers einzunehmen und Gewahrsein zu mimen.

Fazit: Das Verwirrende bei Texten wie denen Ch. Meyers ist u.a. auch, dass man nicht weiss, was der Verfasser unter "Natürlichkeit" und "wirklichen Fluss des Lebens" versteht: Den Fluss des egoischen Lebens (Kongruenz)  oder den Fluss des TRANS-egoischen Wahren Lebens.(Tao) meint er die  Natürlichkeit=Kongruenz des egoischen Ichs oder die "Natürlichkeit" der sog. Wahren Natur des transegoischen "Wahren Selbst"?
Viele Sucher, die sich für Finder halten, halten oft irrtümlich den Fluss der psychischen Kongruenz schon für den transegoischen Flow des Tao, der jenseits der Psyche/Gefühle ist.
(Seinem Text nach zu urteilen, versteht auch  Christian Meyer unter dem  "wirklichen"  Fluss des Lebens irrtümlich die Kongruenz der Gefühle/Seele/Psyche.)


Der ganz Schlaue würde jetzt einwenden, dass es letztgültig ja doch keine Trennung gebe zwischen beiden - dann ergäbe doch der Text Sinn. Das ist richtig, aber sinnig und stimmig auch nur dann, wenn man dabei berücksichtigt, dass nur über die Transformation/Individuation das Ich auch letztgültig transzendiert wird und erst damit die Trennung WIRKLICH überwunden ist. Die meisten spirituellen Theoretiker glauben ja ernsthaft, dass das unerlöste untransformierte Ich mit dem Transegoischen Ich "vereinigungsfähig" sei.

Zum letzten Absatz

Eine Vermeidung des Erlebens und der Erfahrung, der Freuden und der Schmerzen durch ein dissoziierendes Beobachten verhindert auch die Chance, die Unendlichkeit zu erfahren. Das Leben wird zu etwas Abgetrenntem und das Innere etwas Künstliches."
wäre noch zu sagen, dass das Erleben hierbei nicht aktiv vermieden wird, sondern einfach nur die alte Verdrängungshaltung verstärkt wird. Aus der Not wird eine spirituelle Tugend gebastelt.  Für das Ego ist das Leben schon immer etwas Abgetrenntes und das Innere etwas Künstliches.

Oh Lord, es ist verdammt schwer, diese Dinge zu beschreiben, wenn man die Geister nicht unterscheiden kann, aufgrund dessen die Ebenen egoisch-transegoisch zwangsläufig verwechselt werden müssen. Auch muss man die Paradoxa aushalten...

Abgesehen vom "dissoziierenden Beobachten" ist es aber , wie schon gesagt, ganz richtig, zu lernen, das Leben zu leben, was heisst, das (s)ich  selbst zu lieben, statt das Ich weiterhin  - noch dazu unter Mithilfe fragwürdiger meditativer Techniken - zu unterdrücken. Die "Unendlichkeit" resp. die Erkenntnis des Unsterblichen Bewusstseins, das ICH BIN,  kriegt man nämlich nicht ohne Individuation, Ichwerdung.


PS: Nochmal, weil das einfach nicht in den Kopf will, lol:
Durch "dissozierendes Beobachten" von "Erleben, Erfahrung, Freuden und Schmerzen" kann SELBIGES nicht vermieden werden!
Hier an diesem Punkt müßte eigentlich jeder Verstand den Geist aufgeben.

PS: Nochmal... arrrrrgh....
Ich hör jetzt auf, mir'n Kopf zu machen,
Am Ende bleibt nur eins: Das Lachen







Dienstag, 18. Dezember 2018

Zeitgeisty - Von heilloser Weiberwirtschaft


Ein weiteres Symptom für die kranke Gut/Böse resp. Täter-Opfer-Verkehrung der sog. Elite und ihrer Bobo's zeigt die Grüne Josefine Paul.  Ginge es nach,  würde noch heute dem Nikolaus die rechte Hand abgehackt:  Knecht Ruprecht, der Unzeitgemäße, der uns Kinder mit seiner dunklen Mönchskutte und seiner Rute mit schaurig schönen Schauern beglückt hat.
"Kindern sollte man grundsätzlich nie drohen", sagt Paul. Darunter falle auch das elterliche Druckmittel "Wenn du nicht artig bist, dann...". Kinder hätten ein Grundrecht auf gewaltfreie Erziehung, und dazu zähle auch psychische Gewalt.
Passt!  Der  fraulich-friedfertige Zeitgeist will ja nur das absolute Gute, welches demnach alles scheinbar Böse aus der Welt zu schaffen fähig ist. 
Die dunkle Gestalt mit der Rute erscheint zwar (nur) Kindern als böse, ist aber gewiss nicht "Der Böse",  sondern  derjenige, der die Kinder für ihre jährlich angehäuften mehr oder weniger spektakulären Unartigkeiten in gespieltem Zorn i.d.R. nur zart den Hintern versohlte. Seine Frage an die Kinder: Wart Ihr auch schön brav? ist auch  nicht mehr zeitgemäß. Brav & artig zu sein, ist heute reaktionär und die  Eltern braver Kinder werden heute  sogar "rechts" verortet.
(s.a. Kita-Broschüre Meene Meene Muh der AAS)


Mensch zu werden, heisst Ich zu werden - und zwar GANZ Ich zu werden. Erziehung ohne Grenzen und ohne haltgebende Strukturen  zeugt nur haltlose Narzissten.  Charakter- bzw. Ichbildend ist nun mal, dass man den Kindern Grenzen aufzeigt, dass sie lernen, sich im Großen und Ganzen an den Regeln von Familie und Gesellschaft zu ORIENTIEREN. Eine Androhung von Konsequenzen bei ständiger oder mutwilliger Regelverletzung ist daher keine psychische Gewalt. Die Konsequenzen sollten nur nicht das rechte Maß überschreiten.

Wie üblich will  der regressive "Progressive" in seiner rigiden Entweder-Oder- resp seiner Antihaltung auch hier das KInd gleich mit dem Bade ausschütten. Weil er die Spannung zwischen Gut-Böse/schlecht  nicht mehr aushalten  mag. 

Heute fragt man die Kinder gar nicht mehr, ob sie artig/brav/gehorsam sind oder waren.  Erziehung soll offenbar ganz abgeschafft werden. Das wird  nicht funktionieren, denn das Ich als die "Erbsünde" ist nun mal gegeben, der unschuldige Edle Wilde ist ein Mythos, das Ich will Ich werden und MUSS Ich werden. Das Ich ist eine Errungenschaft auf der evolutionären Skala und kann nicht regressiv durch Nicht-Erziehung unterdrückt werden.  Wo Eltern nicht erziehen, erzieht die umgebende Umwelt.

Von Laotse wurde überliefert, dass die Kinder nur dann zu rechten Menschen werden, würde man  NICHT EINGREIFEN.  Was aber keineswegs heisst,  dass man die Kinder in allem sich  selber überläßt! Daran hab ich früher selbst einmal geglaubt. Heute bin ich weiser. Nichteingreifen bedeutet bei Laotze nicht, nicht in die Erziehung, sondern nicht  in den Fluss des Taos einzugreifen!  Ohne Vor-Bilder wird niemand ein  Mensch.

Yin und Yang:  Laotse ist eine Personifizierung des weiblichen Chaos und bedarf  des Konfuzius zur Ergänzung, der Personifizierung des männlichen Ordnungsprinzips. Laotse erscheint als der höchste Mensch, der EDLE, der das SELBST/Gott verwirklicht hat. Aber er hat es nicht gänzlich vewirklicht, wenn er nicht auch seinen Gegenpol Konfuzius integriert hat. 
"Nichteingreifen"  resp. "Geschehenlassen" ist eine transegoische Tugend. Macht man aus diesem Attribut ein Ideal und  (Erziehungs-) Prinzip, versucht das Ego zu machen, was niemals  zu machen ist.  DAS ist "satanisch".   Das allzwohlwollende gewährenlassende Weibliche erscheint hier als "satanische" Version des Urbildes. Es will das Gute und schafft dabei das Böse.

Ein Kind ist nur solange im Fluss des Taos, bis es in die Zeit fällt und beginnt, Selbstwahrnehmung und ein Ich mit eigenem Willen zu entwickeln. Dieses wollende Ich ist aus transegoischer Sicht ja doch der Stein im Fluss des Tao, welches ein Fliessen - Geschehenlassen - verhindert!
"Geschehenlassen" als Prinzip und Ideal vorgegeben , wäre demnach  nichts anderes als eine egoische ANTI-Haltung, eine   prärationale  Ignoranz - eine "Teuflische Simulatio Dei" des Urbildes.  Prärationalität ist übrigens ein Merkmal vieler sog. Heiliger.  Man erkennt es daran, dass sie das Kollektiv immer über das Individuum setzen, über sich selbst! Man dünkt sich in dieser Pose bewusstseinsmäßig äusserst progressiv oder sogar spirituell-TRANSrational, in Wirklichkeit ist das Bewusstsein hierbei aber nur infantil regrediert. Gefühl wird als letztgültige Wahrheit über die Ratio gestellt. Das Ich geht ozeanisch im Wir auf.
(Eine autoritäre Erziehung gibt es eigentlich nicht, da die antiautoritäre Ideologie selbst eine Autorität ist.  Den autoritär-infantilen  Charakter der antiautoritär Ideologisierten  kann man heute bei den erfolgreich aber unheilvoll verweib- und weichlichten Linksgrünen beobachten. Das gesamte  deutsche Parlament klüngelt und dümpelt seit nunmehr 18 Jahren sektenartig im Sumpf einer unheilvollen kollektiven und narzisstischen Symbiose mit "seiner Kanzlerin" - die, auf das  Podest der "Mächtigsten Frau der Welt" gestellt, gnädig an ihrer Macht partizipieren läßt.
Unter dieser muffigen Käseglocke hat sich diese "Elite"  - im symbiotischer Erweiterung mit Medien und Wirtschaft - mittlerweile von der Realität des  Volkes derart abgetrennt, dass  sie paranoid jede Kritik an ihrer (Migrations-) Politik als Hassrede und die "abgehängten Menschen DA DRAUSSEN im Lande" als Pack und Gesinnungsfeinde wahrnimmt und sie auch so behandelt.)


Louise Arbour und Angela Merkel, weiss man nun, waren die Mütter des UNO-Migrationspakt, der, durch "diplomatische Geheimhaltung" lange Zeit verhindert, erst seit kurzem durch die AfD richtig bekanntgemacht  und im Parlament thematisiert wurde und am 11.12.2018 in Marrakesch  - ohne den Diskurs mit den Bürgern - unterzeichnet wurde. Ein Pakt, der schizophrenerweise "rechtlich nicht bindend, aber politisch verpflichtend" ist.  Frau Merkel versuchte  die Aufmerksamkeit der Leute auf  die rechtliche Nicht-Bindung zu fixieren und diffamierte alle Staaten, die die fragwürdige politische Verpflichtung kritisierten und daher den Pakt nicht unterzeichnen wollten, als unverständige Dummköpfe und/oder  Lügner.

Dass L. Arbour nicht allein die  "Mutter der Migration" sei, sagt sie selbst :   „Die Initiative (für den UN-Pakt)   ging von Europa, nach der europäischen Krise 2015 aus.“ (Die Zeit). Das ist sehr leicht vorstellbar, da der Migrationspakt nachträglich den Fehler Merkels  - die Öffnung der Grenzen für illegitime Einwanderer -  von 2015 zu legitimieren scheint.

Was man wissen sollte: der Migrationspakt gilt nach Aussagen von Martin Rensch (UNHCR-Sprecher)nicht für Flüchtlinge, sondern nur für legale Migration. Nur in diesem Sinne läßt sich auch die fragwürdige Präambel des Paktes verstehen, in der es heisst, Migration sei eine Quelle von Wohlstand und Innovation, was sie im Allgemeinen auch ist, aber im Besonderen zu bezweifeln ist.

Nebenbei: Arbour und Merkel  sind im übrigen beide  christlich-religiös geprägt, die eine besuchte eine Klosterschule, die andere ist Pastorentochter. Beide sind von religiös-universalistischem Sendungsbewusstsein für einen neuen Internationalsozialismus  beflügelt, ein anderes Wort für Kommunismus, der wie das autoritär-schwarzchristliche Christentum das Kollektiv über das Individuum stellt. Sozialismus/Kommunismus selbst sind nichts anderes als  säkularisierte Abarten des Christentums.

Die Einäugigkeit des UNO-Migrationspaktes zeigt überdeutlich die heillose Politik einer pathologisch-selbstlosen Weiblichkeit, die sich selbst - allein zum Wohle anderer - komplett aus den Augen verliert.
So wie Minderheitenrechte heute quasi über die Rechte der Mehrheit gestellt werden***, so sieht man den Gipfel einer solchen "schwarzchristlichen" Selbst-Aufgabe im Uno-Migrationspakt realisiert, der alle Rechte den Migranten und keine den aufnehmenden Zielländern zuspricht. - - -



Die Nebel der Verwirrung lichten sich langsam. Erschwerend  zum Verständnis kommt noch hinzu, dass Migranten (Einwanderer) und  Asylsuchende (Flüchtlinge) in den Medien und im Verständnis der meisten Menschen synonym zusammenfallen.  Der UMP gilt nach Merkel &Co. wie schon gesagt, aber nur für Migranten, nicht für Flüchtlinge.  Der Flüchtlingspakt werde gesondert behandelt. Das wird immer wieder betont, doch dem entgegensteht, dass auch im UMP sich ALLE Gruppen subsumieren. Siehe Absatz 7 und 4 

"(...)Dieser Globale Pakt stellt einen rechtlich nicht bindenden Kooperationsrahmen dar, der auf den Verpflichtungen aufbaut, auf die sich die Mitgliedstaaten in der New Yorker Erklärung für FLÜCHTLINGE UND MIGRANTEN geeinigt haben...." Präambel Absatz 7""
http://www.un.org/depts/g...

Präambel, Satz 4 des Migrationspakts:
"Flüchtlinge und Migranten haben Anspruch auf dieselben allgemeinen Menschenrechte und Grundfreiheiten, die stets geachtet, geschützt und gewährleistet werden müssen. Dennoch handelt es sich bei ihnen um verschiedene Gruppen, die separaten Rechtsrahmen unterliegen ( ...)Der vorliegende Globale Pakt bezieht sich auf Migranten und stellt einen Kooperationsrahmen zur Migration in allen ihren Dimensionen (!!!) dar."





***Die penetranten Forderungen (vor allem des Feminismus) nach  Toleranz sind ebensolche Einbahnstrassen, sie richten sich ausschliesslich und einseitig auf die  "vielfältigen" Minderheiten.  Der Toleranz würdig und bedürftig ist hier insbesondere die Randgruppe der LBQTI etc.pp-Community  mit ihren multiplen sexuellen Spielarten  und im weitesten Sinne die Minderheiten aller Menschen, deren Eigenschaft sich von denen bislang normaler Menschen unterscheidet und die sich durch diese Unterschiedsmacherei  per se diskriminiert fühlen.  Umgekehrt gilt dies aber nicht für die Toleranzgewährenden, da das bislang Normale nunmehr als krankhaft gilt.
Um ein "Weibliches Paradigma" zu schaffen, dreht  frau dreht den Spiess einfach um.

Freitag, 16. November 2018

Mark Passio - ein Judas, der die Alten Weisen wirft achtlos hin zum Alten Eisen?


Heute fallen mir einige Youtube-Videos auffällig ins Auge.  Ein mir bislang Unbekannter mit Namen Mark Passio spricht  über  "Fake Ass Christians", zum Gesetz der Anpassung und zum Thema Erwachen/Erleuchtung. Seine Vorträge sind mir viel zu lang, deshalb höre ich und dort mal länger, mal kürzer hinein....
Passio macht keinen dummen Eindruck, er schwätzt überzeugt und unterhaltsam, hat aber von Erleuchtung und Spiritualität - soweit ich dies aufgrund von Auszügen seiner  umfangreichen Reden beurteilen kann -  eine merkwürdig materialistische Auffassung, z.B. liege  das höchste spirituelle Ziel des Menschen für ihn im "Gesunden Menschenverstand", der zwischen Richtig und Falsch unterscheiden kann und das höchste Ziel der spirituellen Suche - die Erkenntnis der nondualistischen Einheit/Ganzheit/Singularität erklärt er tatsächlich für nutzlos und unreif.

Die "Spiritualität" des Herrn P. stützt sich auf das männliche und das weibliche Prinzip,   von Synthese/Transformation/Transzendierung keine Spur, sein Bewusstsein ist noch ein dualistisches. Sein Fetisch sind die Fakten, Fakt ist für ihn gleich Wahrheit.
Was seine Kritik am Christentum angeht, ist die teilweise zwar berechtigt, aber nichts Neues und basiert keineswegs auf eigenem tiefen Verständnis der wahren Botschaft Jesu.  Die Deutungshoheit für Bereich von Religion und überzeitlicher Spiritualität besitzt für ihn ganz klar der Allerweltsverstand, Tatsächlich ist es sein eigener ziemlich ziemlich ungesunder Verstand, der sich anmaßt, ist, die  Fakehaftigkeit des tradierten Christentums zu entlarven - mit  dem falschen Instrument läßt sich das WAHRE nunmal weder verifizieren noch widerlegen.

Passio macht auf mich nach kurzer Zeit des Zuhörens schon den Eindruck eines innerlich übererregten umstürzlerischen Revoluzzers,  eines politischen Anarchisten, einer jener Weltverbesserer, die an ein utopisches Paradies auf Erden glauben,  wenn alle Menschen sich nur "richtig" verhalten würden. Auch sein Bild von einem  "Erleuchteten"  ist an objektiv wahrnehmbares "richtiges" Verhalten festgemacht. Ebenso der Begriff der Wahrheit, die für ihn ebenfalls objektiv wahrnehmbar sein muss,  wie auch der Begriff der Freiheit rein äusserlich verstanden wird: das System soll nicht innerlich, sondern "da draussen" umgestürzt werden. Die Befreiung aus der Sklaverei ist für ihn nur die Befreiung von ÄUSSEREN Autoritäten.Passio ist ein Rebell. Und  darin ist er nicht anders wie der Verräter Judas. Auch der  Apostal Judas verstand die Botschaft Jesu nicht subjekt-  sondern  objektbezogen als Befreiung aus der Versklavung  der Juden durch die römische Besatzung. Jesus indes meinte mit seiner Botschaft den Exodus aus der inneren Sklaverei der konditionierten autoritären Ich-Strukturen. 
Mark Passios Konzept ist ein Verrat am SELBST  bzw. an der Wahren Botschaft des Jesus, den er eigenen Worten nach zwar schätze, aber offenbar nicht verstanden hat. Sein Feindbild sind die organisierten Religionen, die er gerne abschaffen würde, weil sie für ihn für alles Elend in der Welt verantwortlich seien, seinen Worten nach  schätze er aber auch das esoterische Christentum. Ein Lichtlein darüber, dass das Esoterische nicht ohne das Exoterische existieren  kann und vice versa, ist ihm bislang offenbar noch nicht aufgegangen.

Auf dieselbe Weise  definiert er  auch das  Bewusstsein einseitig nur als egoisches Verstandeswissen bzw. als gesunden Menschenverstand:
 con · science (kŏn'shəns) Nomen - aus dem lateinischen Präfix con : zusammen und lateinisches Verb sciere : wissen; verstehen
con + sciere : zusammen wissen
Dieses "zusammen wissen" (To know together) deutet er ebenfalls objektbezogen im Sinne von "gemeinsam, gemeinschaftlich" als kollektives "Wir-"Bewusstsein.   In WAHRHEIT und auf das absolute SUBJEKT bezogen gründet das TRANSegoische Bewusstsein in der ganzheitlichen Erkenntnis des Individuums.

Sein Verständnis des erwachten/erleuchteten BEwusstsein geht dahin, 

"zu wissen, dass die Wahrheit singulär und objektiv ist und dass die Wahrheit unabhängig von unserer Wahrnehmung existiert. Die Wahrheit ist objektiv. Das heisst, dass sie nicht von der möglicherweise schwankenden Wahrnehmung menschlicher Wesen abhängt. Die Wahrheit ist standhaft. Sie ist ganz einfach das, was ist. Sie ist das, was in der Vergangenheit geschehen ist und das, was in der Gegenwart geschieht."

Welch teuflische Verkehrung! Ja, das klingt in der Tat höchsterleuchtet, aber eine solche Feststellung ist  genau das, was er zu verachten vorgibt, nämlich eine schwammige Phrase mit einem trendy touch of New-Age-Gestänkle, aktuell inflationär in Gebrauch auf dem Marktplatz der spirituellen Eitelkeiten.  Man muss sich schon gar nicht mehr fragen, wer  bei M. Passio die Deutungshoheit über "das, was ist" hat, denn was er sagt, gilt "ganz einfach"  nur für  das egoische Normalbewusstsein, wonach die Gegenwart die Summe der Vergangenheit ist. Seine "singulären Wahrheiten" sind relativ und auf  sinnlich wahrnehmbare Phänomene und "Geschehen" bezogen. Offen bleibt hierbei allerdings die alles entscheidene Frage, wer oder was der "standhaften" Wahrheit gewahr wird, wenn deren Erfassung NICHT von der "möglicherweise schwankenden Wahrnehmung menschlicher Wesen" abhängt! Doch diese alles entscheidende Frage taucht bei ihm gar nicht auf, was darauf hindeutet, dass er den Normalverstand des Normalbewusstseins, -  soweit der flachwixende Kleingeist nur gesund genug ist und nicht "schwankt" -  für das Instrument der Erkenntnis hält.

Schon  den ersten kurzen  Sentenzen  konnte ich entnehmen, dass ihm eine neutrale, d.h. eine von kognitiven und emotionalen Verzerrungen und Schwankungen befreite  WAHRnehmung im Gewahrsein unbekannt sein muss und dass er sie den "menschlichen Wesen" so gar nicht zutraut. Oder aber er hält "Gewahrsein"= wahre Bewusstheit  vielleicht auch für einen kindischen  New-Age-Irrtum?  Sei's drum - mit einem derart aussenorientiertem und objektbezogenem Ansatz kommt er niemals zur Erfahrung der Einheit des Absoluten SUBJEKTS, das ICH BIN.  Die Wahrheiten des M. Passio sind relative Wahrheiten. Die absolute Wahrheit ist jenseits von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft (Zeit).
Nachdem, was ich bis jetzt von ihm gehört habe, scheint ihm auch Jesus als der personalisierte Archetyp des Wahren SELBST kein Begriff zu sein.
Zuweilen glaubt man, ein wahres Wort zu hören, was aber im nächsten Satz schon wieder in sein Gegenteil umschlägt.  So weiss er zwar, dass seine Egoidentifizierung nicht unveränderlich ist, glaubt aber an eine Neuprogrammierung mit neuen Glaubenssätzen. Das gesamte Konzept Passios basiert nicht auf totaler (Ego-) Dekonstruktion, sondern auf Re-Konstruktion neuer "richtiger" Glaubenssätze/Dogmen/Meinungen.

 Passio setzt offenbar Wahrheit und Wahrnehmung - Truth vs. Perception - in Gegensatz.  Das kann man aber nur dann  in einen Gegensatz setzen, wenn man nicht weiss, dass es auch eine Wahrheit gibt, die sich  nicht nur von aussen objektiv präsentiert oder aus einem Wissen aus der Vergangenheit, sondern im Fokus des Gewahrseins ERKANNT wird.  Es gibt ja zwei Formen der "Perceiption": Relative Wahrnehmung durch den Filter des konditionierten Egominds vs.. absolute=unkonditionierte WAHRnehmung in der Bewusstheit des  transegoischen Wahren SEINS. (GeWAHRsein).

Auch was er über Solipsismus sagt, zeigt, dass er darunter wohl nur einen pathologischen selbstüchtigen Narzissmus versteht und offenbar weder praktisches noch theoretisches Wissen  hat von der Transformation/Transzendierung des Egos in die transegoische SELBSTbezüglichkeit des "Absoluten SUBJEKT, das ICH BIN", in dem das oder der "Andere", die dualistische Welt transformiert und im zweifachen  Sinne "aufgehoben" ist.  Da gibt es kein "eigenes Ich" mehr - da ist die Objekt-Subjekt-Trennung aufgehoben. 
https://de.wikipedia.org/wiki/Solipsismus
Auch bei Wikipedia liest man:
 "Metaphysischer Solipsismus: Nur das eigene Ich existiert. Nichts außerhalb des eigenen Bewusstseins existiert, auch kein anderes Bewusstsein!"


Bei Mark Passio heisst es über Solipsismus:
"Auch dieses Wort enstammt dem Lateinischen: solus adj. bedeutet alleine; ipse pron. bedeutet selbst.
Solipsismus ist also eine Haltung, in der es nur um sich selbst geht. Diese Ideologie besagt, dass nur der eigene Verstand (mind = Verstand, Geist, Seele, Kopf, was jetzt?) mit Sicherheit existiert. Solipsisten behaupten, dass alles Wissen ausserhalb des eigenen Verstandes unsicher ist. Also gibt es für sie keine objektive Wahrheit. Gemäss ihnen kann nichts über die externe Welt und die in ihr stattfindenden Abläufe verstanden oder anderen mitgeteilt werden. (...)

des weiteren:
Solipsismus ist sowohl eine falsche Religion und trägt das Markenzeichen spiritueller Infantilität. Von dieser kranken Ideologie wegzugehen ist ein narrensicheres Zeichen des Anfangs menschlicher Reife und spiritueller Entwicklung. Diese, die wirklich wach sind, verstehen in Gänze, dass sowohl die objektive Realität existiert, als auch die Wahrheit gewusst werden kann."


Na, das hört sich fürwahr grässlich hybrid  an.   Unter metaphysischem S. verstehe ich aber den transzendenten Solipsismus des transzendierten SUBJEKTS in seinem transzendenten All-eins-Sein. Im Wiki-Eintrag wird auch nicht differenziert.  Mit Bewusstsein ist wohl auch nur das  Ego-Alltagsbewusstsein gemeint... tzzzzz...  Eintrag ist  unvollständig und z.T. irreführender Unsinn.
Wenn ich den Wiki-Text mal ganz kurz in meinem Sinn und Verständnis modifizieren darf:  

Metaphysischer Solipsismus: Nur das metaphysische Ich existiert. Nichts ausserhalb des metaphysischen (transzendenten) Bewusstseins existiert.


Ich stelle jetzt der Einfachheit halber mal dem relativen Solipsismus den.absoluten SOLIPSISMUS gegenüber, obwohl mir bewusst ist, dass es in  diesem Kontext keine Begriffe gibt, um das Definitionslose zu definieren.  Es gibt einfach keine, aber um den Unterschied zwischen egoischen und transegoischen "Ich-Zuständen" zu erklären, gehts nicht anders. 

Ich meine, Ismen wie der Solipsismus entstehen nur dort, wo man sich im Entweder-Oder-Modus mit einer einzigen Sichtweise identifiziert. Egoisch definierter Solipsismus ist nur  in seiner unerlösten Form Narzissmus. Ein erlöster=transegoischer "Solipsismus"  erkennt aus dualistischer Sicht den EINEN=EINENDEN  "Gott" bzw. das Absolute SUBJEKT, das ICH BIN.

Noch mal kurz zu  "Allem, was ist":
Die Wahrheit ist wie immer paradox: Derweil ich mich mit allen Wesen identfizieren kann, bin  ICH "alles, was ist" (Bejahung)  und aus desidentifizierter Sicht bin ich NICHTS (Negation). In Wahrheit bin ICH als transzendes ICH beides zugleich. Keine Trennung.
Und so ist es auch mit dem Tetralemma, der Himmelsleiter, auf der es bei der Frage nach der WAHRHEIT anfangs nur Bejahung oder nur Verneinung gibt, dann sowohl Bejahung wie auch Verneinung und am Ende weder ja noch nein.
Die letztgültige WAHRHEIT ist: Wahrnehmung ist ALLES, WAS IST.

Mark Passio scheint mir einer von der Sorte zu sein, die glauben, sich so hoch über Alles und Jeden  erheben zu können, dass man die Alten Weisen und Großen Geister der menschlichen Geschichte schadlos zum Alten Eisen werfen könnte, statt würdigend zu integrieren in der Erkenntnis - Du bist DAS!
Eine solche Verachtung für "unsere Großen" findet man übrigens sehr häufig auf dem Spiritanten-Markt. Dabei handelt es sich aber um keine "organisch gewachsene" Einsicht, sondern man plappert nur nach, was man bei vielen spirit. Lehrern hören und lesen kann: dass man sich von allen Autoritäten und Traditionen frei machen soll.  (Erst gestern las ich einen Passus von UG Krishnamurti, in dem er sich über Buddha, Jesus u.a. auf eine merkwürdig harte Weise äusserte, als hätte er sie allesamt wie nutzlosen Abfall  "in die Tonne gekloppt".  Wenn das ein unbedarfter Spiritant liest, dann hat der oft nichts besseres zu tun, als sich eilig in eitler Verachtung jener zu üben, mit denen er sich recht eigentlich als "eines Geistes" erkennen sollte (Integration). Nur wenn ich mich eines GEISTES im anderen erkenne, spielen Namen, Personen - alle Autoritäten keine Rolle mehr.

Es gibt auf dem spirit. Weg eine ziemlich lange Strecke, in der man "Tradition und Autoritäten"  statt über Bord zu werfen, als solche erst mal lernt zu würdigen, ja,  geradezu leidenschaftlich zu lieben aufgefordert ist! Aus transpersonaler Sicht sind dies  aber immer noch Krücken, die man letztlich wegwerfen muss - womit man  die sog. Dunkle Nacht der Seele betritt, wo man nichts mehr hat, an dem man sich festhalten könnte, wo nichts mehr Trost spendet, kein Gott, keine Religion, keine Philosophie, kein Jesus, kein Sokrates, kein Goethe - all die lieben "autoritären" Wegbegleiter,  Geburtshelfer und Geistesverwandten geben einfach nichts mehr her, nichts rührt mehr ans Herz. Du bist ganz allein. Das muss man aushalten. Und hier am Ende der Reise,  wenn sich in der nondualistischen Einheitserfahrung das "Du", das "Gegenüber" auflöst und  sowohl Ich und Welt nurmehr als Konstrukt des Verstandes erkannt wird  - wenn  ICH mich als eines Geistes  mit "IHM" erkenne,  "stirbt" auch die höchste Autorität: Gott.

Das Bewusstsein des Herrn Passios ist wohl  nicht so weit entwickelt, dass er erkennen könnte, dass die WAHRHEIT nicht im egoischen Entweder-Oder-Denkmodus erfasst werden kann.
Mit seinem  Glaubensbekenntnis: "Wir leben in einer Dualität, darin ist der Geist NICHT der Materie überlegen - und es ist NICHT alles gut." rechtfertigt er m. E. nur seine Begrenzungen und seine Angst und Abwehr dagegen, über die Grenzen des Verstandes hinauszugehen und zu erkennen, dass der Geist über die Materie gesiegt hat, wenn er die Unsterblichkeit seines Bewusstseins realisiert hat. 

In manchen Punkten kritisiert er zwar zu recht gewisse New-Age-Jünger mit ihrem oberfaulen "Einssein", aber auch hier kritisiert er m. E. zu pauschal, es fehlt ihm an Argumenten und jegliches tieferes Verständnis für das "Neue Denken" bzw. für die spirituellen Fallen, Fehlschlüsse und Irrtümer des "New-Age". Nicht alles an "New-Age" ist Bulshit!
Auch seine Interpretation von Gewahrsein ist materialistisch, über die platte sinnliche Wahrnehmung kommt er auch hierbei nicht hinaus.

Passend dazu finde ich in  meinem Postfach gerade eine e-mail von academia. edu  wo zuweilen recht gute Artikel verschiedener Autoren veröffentlicht werden. Heute geht es um das "Leben des Begriffs" von Roman Caspar. (Schon merkwürdig, dass man den Begriffen ein Leben einhauchen kann, zanke ich gerade in meiner fiesen antithetischen Manier mit der These, dass das Wort (offenbar auch bei Herrn Caspar)  Fleisch geworden ist,  lol.)
Was der Herr C. da schreibt und glaubt, passt ganz prima zur Einstellung, wie ich sie bei Herrn Passio finde. Auch hier ist der Verstand der King.
Die Ultima Ratio der Aufklärung ging ja dahin,
dass der Mensch lerne,  sich-seines-eignen-Verstandes-zu-bedienen-ohne-Anleitung-eines-Anderen. Aus transegoischer Sicht ist das natürlich unwahr, da der egoische Verstand vor allem ein konditionierter Robot ist und der Mensch ein dressierter Affe, solange er sich nicht auch als den GEIST des "Ganz Anderen" erkennt, den Programmierer, der ihn programmiert.  Die Aufklärung hat den Verstand von Dogmen befreit, vor allem von den religiösen Dogmen, die ihn jahrhundertlang geknebelt hatten. Ein wichtiger Schritt im Prozess der Individuation. Aber nicht alles.
Karl Marx hat durchaus recht, wenn er meint, dass die wahre Freiheit i jenseits von Ideen und Idealen ist.  Dass allerdings der einfache Arbeiter, der täglich 12 Stunden (klein-)geisttötende Arbeit tätigt, sich eines Tages  des  alten konditionierten Denkens entledigen könnte, um die   "Glorreiche Auferstehung" eines neuen unkonditionierten  Denkens zu feiern,  ist zu bezweifeln. Das Paradox ist ja, dass der Große GEIST des "ganz Anderen" nicht anders zu erringen ist, als durch die Kultivierung des Kleingeistes und das lernt er  zunächst mal  "unter Anleitung durch Andere".  Zum Vater kommt man nur über den Sohn.


Ich selbst habe früher auch einmal geglaubt, die Kirche sei der Antichrist, heute sehe ich ihr nicht nur antichristliche, sondern auch christliche Kräfte am Werk. Der Djihad ist auch in den christlichen Kirchen schwer im Gange... lol.

Ich möchte an dieser Stelle noch mal erwähnen, dass ich heute jenseits jeglicher Religion bin, ja, jenseits sogar von Spiritualität. Wenn ich vom Vater und vom Sohn spreche oder aus scheinbar frommen Gemüt andere christliche Redensarten schwinge, dann bin ich mir darüber bewusst, dass es sich um Metaphern handelt. Ja, ich bin so skrupellos  und so weit "jenseitig", dass ich es mir erlauben kann,  sogar Witze über Gott, Religion/Spiritualität und sämtliche Heiligen Schriften zu machen.  Ich bin kein Gläubiger mehr  - ich bin ein undogmatischer Freier Geist.  Auf dem bunten Spiritanten- und tussen-Marktplatz gibt es viele Dummköpfe, die sich frecherweise das Witzereissen über Gott & Co. erlauben, ohne dass Gott je in ihnen lebendige Wirklichkeit und Wahrheit wurde, geschweige denn, dass sie den Tod Gottes erlebt hätten - die letzte Große Einsamkeit, bevor der berühmte Phönix der Dogmen-Asche entsteigt.  (Der Tod Gottes ist übrigens  nichts anderes als der letzte und endgültige "Tod" des Ichs).


Alle videos von Passio sind ohne Zweifel für den Verstand unterhaltsam, seine Spiritualität geht aber wie gesagt nicht über den selbigen hinaus.  Für den, der die Geister unterscheiden kann, ist es allerdings weniger unterhaltsam als eine echte Qual, derweil er pausenlos nur damit beschäftig wäre, das Wahre vom Unwahren zu trennen. 

https://transinformation.net/mark-passio-die-10-grundsaetzlichen-new-age-taeuschungen/
Hier kann man gut erkennen, dass M. P. nichts von der  New Age-Spiritualität weiss, sondern die differenzierte New-Age-Spiritualität mit naiver oberflächlicher Pop-Esoterik gleichsetzt.  Seine "Korrekturen" sind größtenteils nicht weniger oberflächlich und naiv.

https://www.youtube.com/watch?v=dtztqFsKvpE
https://www.youtube.com/watch?v=PWx6xxbs5Q8







Mittwoch, 3. Oktober 2018

Singing my Song: ICH küss' mich mit den Lippen meines Mundes.... la la la


Fernstenliebe vs. Nächstenliebe

Der Nächste ist heute ein mehr und mehr dem Bewusstsein entzogener bürokratisch verwalteter verstaatlichter gesichtsloser Faktor. Ich stellte schon vor Jahrzehnten fest, wie ein überbordender Bürokratismus dem Menschen nach und nach alle menschlichen Verantwortlichkeiten entzieht, indem z.b. die tätige Liebe am Nächsten, die früher selbstverständlich war,  der staatlichen Genehmigung bedarf.
Als gut gilt heute  der, der dem "Fernsten" dient, indem er zur eigenen Entlastung alle Verantwortung dem Staat überantwortet. Den unmittelbar Nächsten - so wie er wirklich auch von Jesus gemeint ist - wird man gar nicht mehr wahrnehmen KÖNNEN, derweil die kleinste Hilfe bürokratisch reglementiert wird und damit der Mind darauf programmiert wird, den Nächsten zu übersehen. 
Das könnte so weit kommen, dass sich Menschen auch gar nicht mehr trauen, andere im konkreten Notfall um Hilfe zu bitten, da jede Bitte um Hilfe von beiden Seiten als eine Zumutung oder gar Belästigung empfunden werden könnte. Erlernte Hilflosigkeit... wem der spontane Hilfsimpuls bürokratisch aberzogen wird, der kann sich auch nicht mehr selbst helfen, geschweige denn selbst lieben. Liebe ist ein Wechselspiel.
Das ist der Unterschied zwischen einem Gutmenschen und einem Guten Menschen: Der erste ist ein Fernstenliebhaber, - ein narzisstischer "Verbalerotiker", der sich nicht dreckig macht, dessen überhöhtes Selbstbild sich auf Kosten des wirklich guten Menschen aufplustert, wobei dieser die Drecksarbeit am Nächsten vor Ort zu erledigen hat!  Dazu gehören z.B. die Schreihälse, die in ihrer kopf- und grenzenlosen Welcome-Wohlgesonnenheit immer noch mehr Migranten aufzunehmen fordern...

Fazit:  Der Bürokratismus ist ein Mörder der Liebe.

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Therapeutisches Mitgefühl


Osho sprach oft von dem der Duft, der sich gleich einer Blume verströmt, damit meinte er aber stets die Liebe, die sich auf "Andere" bezieht/verströmt... das "therapeutische Mitgefühl". Mit-Gefühl bezieht sich per definitionem immer auf einen Anderen. Mein Bewusstsein ist jenseits des "Anderen", es FLIESST mit dem Moment, ist absolut richtungslos, es weiss nichts von therapeutischen Wirkungen seines "Strömens". GEIST-Erkenntnis/Gewahrsein steht über der Liebe bzw. schliesst sie in sich ein. Es ist der duftlose Duft der absoluten Freiheit des GEISTES..
Das "therapeutische Mitgefühl" entsteht aufgrund von Identifizierung mit allen fühlenden Wesen im psychospirituellen Individuationsprozess. Mitgefühl ist eine menschliche Qualität des sog. Bodhisattvah bzw. ist der Bodhisattva keine Person, sondern eine menschliche Eigenschaft, ein Archetyp..
Im Transformationsprozess kehrt sich das objektbezogene Mitgefühl zunächst in das subjektbezogene Mitgefühl, welches wiederum transzendiert am Ende in der Einheit "aufgeht". Nix von heilig. Nix von Mitgefühl.
Ich habe alles "vergessen" -  und doch habe ich nicht ganz vergessen, wie es war, ein (mit-) fühlendes Wesen zu sein. Ja, manchmal steigen mir sogar immer noch Tränen in die Augen, z.B. beim Anblick einer armen geqälten Kreatur im Fernsehen, oder neulich in der Sendung "4 Hochzeiten und eine Traumreise", als mir die Liebe zweier Menschen förmlich ins Gesicht zu springen schien - SCHEINBAR sprang, denn mir war sofort klar, wessen Liebe da scheinbar herumsprang, Projektionen können sich bei  mir nicht mehr sehr lange halten... lol

Zu 100% dekonstruierst ist mein Ego also immer noch nicht. Das ist aber kein Manko, schliesslich ist  Dekonstruktion ein mehr oder weniger langer Prozess des "Absterbens" und kein plötzliches Ereignis. 


Osho sagt, Mitgefühl sei die höchste Energie. Ja, stimmt, aber nur insofern Energie etwas ist, was es nur für das dualistische Bewusstsein gibt. Mitgefühl ist die höchste MENSCHLICHE Eigenschaft. Eigenschaften sind Energien. Das eigenschaftslose transegoische Ich ist eine geistige QUALITÄT, aber keine Energie. Energie ist Bewegung. Und wo Bewegung ist, ist Werden. Das todlose & ungeborene  Bewusst- oder Gewahrsein ist das "Zentrum des Zyklons". 
Mit-Gefühl ist keine transegoische Qualität, wie ich einmal glaubte, denn sie richtet sich immer noch an einen Jemand, an ein Gegenüber. 
Einzig die SELBSTliebe "verströmt" sich mit dem Flow richtungslos und nonlokal;
SUBJEKTbezogen  bedeutet das Sich-Verströmen ja nichts anderes als ohne Widerstand mit dem Flow des Ewigen Jetzt zu fliessen.  Dann ist in mir  nichts (mehr) , was von hier nach dorten "strömen" könnte, ich bin leer, die Welt ist leer.  "ICH" folge der Aufmerksamkeit in, mit und durch das Gewahrsein des absoluten SUBJEKTS, das ICH BIN.  (Und wie man weiss, folgt die Liebe immer der Aufmerksamkeit bzw. Achtsamkeit! Eine untrennbare Einheit!)


Ich verstehe alles immer mehr  SUBJEKTbezogen. Seit der Glorreichen Auferstehung im Herbst 2011 ereignet sich im Verkehr mit Anderen so gut wie nichts mehr, was mich zu Mit-Gefühlen gleich welcher Art anregen könnte.  Da verströmt sich rein gar nichts mehr von hier nach dort und vice versa.  Ich TEILE anderen auch nichts mehr mit. Alles, was ich tue, ist rein SELBSTbezüglich, SUBJEKTbezogen, auch wenn ich "jemandem" scheinbar etwas mitteile. LOL. Auch Empathie (Mitgefühl) ist dem transegoischen Ich nicht mehr das, was es einmal war. Das transegoische Bewusstsein SCHAUT die persönliche Wahrheit sowie die unpersönliche WAHRHEIT, Empathie ist kein Gewahrsein, sondern Einfühlung aufgrund achtsamer selbstvergessener Beobachtung des konkret Anwesenden und hat m. E. nichts mit der Hellsichtigkeit zu tun, welche auch die Befindlichkeit des Abwesenden erspüren kann.

Die absolute SUBJEKTbezogenheit des transegoischen Ichs beginnt mit dem Lieb- und Ernstnehmen des kleinen Subjekts (Ich) im Individuationsprozess, dann nämlich, wenn man anfängt, sich von Ersatzgefühlen und Ersatzbefriedigungen zu verabschieden um herauszufinden, was MIR als  Person wirklich GUT tut. Dazu ist es notwendig, speziell für eine Frau, eine Weile den eisernen Büstenhalter anzuziehen und alle wohltuenden Automatismen einzustellen, die sich in irgendeiner Weise "gut" auf andere auswirken sollen. Ich habe auf diese Weise gelernt, Nein zu sagen, besonders in Hinsicht auf die Ansprüchlichkeit des "Armen Ichs" in mir und anderen.

Der unkonkrete "Andere" ist mir nurmehr ein  Stichwort- und Anlassgeber für Erkenntnis wie alles, was mir in den Fokus fällt, nur zur Erkenntnis dient. Erkenntnis ist LIEBE. Transegoische SELBST-Liebe. Sie kann eine Welt nicht umfassen, die es gar nicht gibt, da es keine Welt mehr gibt, die ihr gegenübersteht.  (Der Begriff des "Allumfassenden" bedeutet nichts anderes als das Integrieren der Gegensätze.

Fazit: Nicht Mitgefühl ist die höchste QUALITÄT, sondern die REINE=von Narzissmen unverzerrte SELBST-LIEBE.

*****

Osho u.a.:

"Wenn eine Blume blüht, muss sie ihren Duft mit dem Wind teilen. Es ist ganz natürlich! Es ist kein Handel, es ist kein Geschäft; es ist einfach natürlich. Die Blüte ist voller Duft – was soll sie machen? Wenn die Blüte ihren Duft bei sich hält, wird sie voller Anspannung und tiefer Not sein. Die größte Not im Leben ist, wenn du dich nicht ausdrücken kannst, nicht kommunizieren kannst, wenn du nicht teilen kannst. Der ärmste Mensch ist der, der nichts zu teilen hat, oder der, der etwas hat, aber die Fähigkeit verloren hat, die Kunst, es zu teilen. Dann ist ein Mensch arm."

Ja, das scheint mir wohl auf den ersten Blick alles ganz richtig zu sein, der erste Satz bezieht sich aber m. E. auf die Attribute des transegoischen Ichs und den duftlosen Duft seines SPONTANEN uneigenwilligen bzw. absichts-, ziel- und planlosen SEINS. Weil es hierbei nicht mehr um Fähigkeiten geht, bezieht sich das transegoische Bewusstsein niemals auf etwas, was man TUT oder KANN! 
Jedenfalls passt der zweite Satz passt dann nicht mehr zum ersten Satz, weil das unkonditionierte Ich keinerlei Not oder Anspannung erlebt, wenn Kommunikation mit anderen nicht gegeben ist. Nur das Ego leidet. 
Zwar MUSS sich der "Duft" der  transegoischen WAHRHEIT mitteilen, notfalls könnte man wie der Heilige Franziskus auch den Vögeln predigen. Würde er in der heutigen Zeit leben, ginge er ins Internet.
Mit-Teilung ist für das transegoische Ich aber - wie oben schon gesagt - immer SELBSTbezüglich, d.h. man meint nicht die Person des anderen, sondern ist nur auf die  Erkenntnis der Wahrheit fokussiert.  Kommunion statt Kommunikation. Die Kommunion mißglückt regelmäßig dann, wenn die empfangende Person die unpersönliche Mitteilung/WAHRHEIT angriffig-persönlich nimmt. In solchen Fällen wird das transegoische Ich der Abwehr(=Schatten) der Person gewahr und MUSS ihn als einen solchen thematisieren.  Hierbei geht es um das Gewahrsein der verdrängten PERSÖNLICHEN  (seelisch-psychologischen)  Wahrheit des Betreffenden. Mit diesem DURCH-Blick  macht sich das transegoische Ich gewiss keine Freunde.  (Der "Lolosophian" kann unendliche Geschichten davon erzählen.) Na ja, könnte man nun von unberufener Seite einwenden: Warum musst du auch alles immer so eng sehen? Warum fängst du nicht einfach mal mit der Kommunikation an, dann klappts vielleicht auch mit der Aufnahme der Unpersönlichen Wahrheit?!
Mal abgesehen davon, dass ich der Freunde nicht (mehr) bedarf und deshalb lustvoll und skrupellos wahrhaftig sein kann, wäre ich dazu gar nicht fähig,  hm... das  hiesse ja, das Persönliche ÜBER das Zeitlos-Überpersönliche zu stellen. Reine Zeitvergeudung!

Fazit
Der "ärmste Mensch" ist nicht der, der nichts (mit-) zu teilen hat, sondern ein Mensch, der sich weder hingeben noch empfangen kann, weil eine rigide Abwehr, sein Selbstschutzprogramm ihn daran hindert. Das ist der, der in die Hand beisst, die man ihm reicht,  der die Liebe nicht als solche erkennen kann, weil er eine furchtbare Angst vor Nähe  hat, -  jener arme Mensch, der ins Neue Testaments als "Der Besessene von Gerasa"* eingegangen ist. Ich empfehle hierzu noch einmal die Deutung durch Eugen Drewermann!


*Auch ich war einmal ein solcher!

 
***

Gewahrsein vs. Achtsamkeit

Mir fällt ein Artikel über das Gewahrsein in den Fokus  und wie so oft  verwechselt man auch hier das ungeteilte Gewahrsein mit der geteilten Achtsamkeit auf das KONKRETE Hier und Jetzt der Person mit mit ihren menschlichen/sinnlichen Ein- und Ausdrücken. Das wäre weiter nicht schlimm und korrigierbar, wenn man nicht diese mindere lineare Aufmerksamkeitsqualität oftmals für das spirituelle Non plus ultra hielte und glaubte, es gebe nichts anderes als das persönliche Hier und Jetzt. Dabei ist die Achtsamkeit und Annahme des persönlichen Hier und Jetzt nur der Einstieg.

Zitat:
Gewahrsein ist das wache, wahre Erleben der Ebene des menschlichen Selbst. In dieser Ebene sind wir fein pulsierende Lebendigkeit, weiter als die Grenzen der Haut und leben in Verbundenheit mit allen Wesen, der Natur und dem Leben selbst.

Somit ist es stimmig zu sagen: «Jeder Mensch ist Gewahrsein.» Im Erkennen der Einen Lebendigkeit, die alles durchdringt und bewirkt, ist es logisch zu sagen: «Alles ist Gewahrsein.» Im Erkennen, dass jede noch so feste Materie im Grunde leer und Energie ist, lösen sich Formen, Ebenen und Dimensionen auf. Dennoch leben wir in ‹der Welt› und so, wie wir offen und zu Kindern sprechen, ist es in der Art und Weise unseres heutigen Wahrnehmens wahr: «Du hast blaue Augen und ich braun-grüne. Ich habe in diesem Leben fünfzig Winter erlebt und du dreizehn. Ich fühle Angst in mir, auch wenn du gerade keine in dir fühlst. Spürst du mein Gefühl?» 


Gewahrsein ist eben nicht das Erleben des menschlichen Selbst (Ich), sondern ein transegoisches SEIN, ein  Bewusstsein insbesondere der transegoischen WAHRHEIT.  Achtsamkeit ist es, welche (Angst-) Gefühle und scheinbar trennende Eigenschaften wahrnimmt bzw. für wahr HÄLT!  Dagegen löst sich im Bewusstseinslicht des GeWAHRrseins die Identifizierung mit der aussenorientierten sinnlichen unwahren Wahrnehmung auf!

Gleich darauf heisst es:

Zitat:
Im Physischen nehmen wir uns als getrennt, im Seelischen verbunden und im Selbst als eins wahr.   
Chapeau, so ist es richtig! Ich füge noch hinzu: Erst die Einheitserfahrung erschafft das volle Gewahrsein, bei der das Gewahrsein sich seiner selbst bewusst wird.

Es ist ein Übel, wenn spirit. Sucher die seelische Verbundenheit auf der dualitären  Da-Seins-Ebene mit der übergeordneten letztgültigen Einheitserfahrung "im Selbst" verwechseln. Sie halten die Erfahrung der WELTSeelischen Verbundenheit für die Aufhebung der Trennung. Hier bleiben die meisten Sucher stecken und die Objekt-Liebe wird ihnen zum Fetisch. Das noch größere Übel ist, dass die unwissenden Leser all dies glauben.

Merke. Die Welt-Verbundenheit auf der seelischen Ebene muss ebenfalls transzendiert werden, um in der Einheit "aufzugehen". Dann erst geschieht es, dass das Gewahrsein sich selbst als Gewahrsein erkennt bzw. sich der Sucher und das Gesuchte sich im selben GEIST als EINS erkennt.

Achtsamkeit wird gewissermassen schleichend zu Gewahrsein durch die kontinuierliche Bewusstwerdung und (Schatten-) Integration des Verdrängten Um so mehr an Schatten integriert wird, um so lichter wird das Bewusstsein. In dieser Phase weiss man noch nichts von Gewahrsein, weil das Erkenntnislicht noch zu schwach ist, seine Quelle zu erkennen.

Merke: Wo keine vertikale Anbindung an die Quelle geistiger Erkenntnis ist, ist kein Gewahrsein. Die große Schwester der  normalen=aussenorientierten und  wertenden Aufmerksamkeit ist die  innen- wie aussenbezogene, zwar bewusste aber immer noch wertende Achtsamkeit. Das NICHTwertende Gewahrsein im Ewigen JETZT ist das, was beides einschliesst bzw. transformiert und integriert hat.

Zitat:
Auch wenn Gewahrsein immer, überall und unveränderlich ist, so ist das menschliche Wahrnehmen oftmals eingeschränkt. Nicht jeder riecht den Kaffeeduft im Vorbeigehen, nicht jeder empfindet seinen Körper in der Arbeit am Schreibtisch, nicht jeder fühlt sein Gefühl, nicht jeder hört und sieht die Gedanken in sich, nicht jeder nimmt die Eindrücke des Spürens bewusst auf, nicht jeder nimmt den Ort seiner Aufmerksamkeit und die Weite seines Bewusstseins wahr. Gewahrsein ist das wahre und wirkliche Erleben der feinen Lebendigkeit, die alles ist und belebt. Mit offenem Herzen und im weiten Bewusstsein ist dieses Erleben möglich.

Das Denken vermag innere Räume und damit Illusion zu erschaffen. Wer im Augenblick des Erlebens die Eindrücke der Sinne nicht wahrnimmt, den Körper nicht empfindet, das Gefühl nicht fühlt und die Gedanken innerlich weder sieht noch hört, ist im Denken und nicht im weiten Bewusstsein.

Hmmmm.... Ja, diese Wahrnehmung sinnlicher Eindrücke und ihre Störung durch das Denken trifft auf die Achtsamkeit zu, nicht aber auf das WAHRnehmen im Gewahrsein. Im Gewahrsein ist es gerade umgekehrt!  GeWAHRsein bedeutet u.a. die vertikale Anbindung an die Quelle der höheren Erkenntnis/WAHRHEIT/Weisheit. Wo früher das lineare Denken von den sinnlichen Eindrücken in der äusseren Welt der Phänomene abgelenkt hat, dominiert im  Gewahrsein der unaufhörliche Strom von Erkenntnissen/ "Geistesblitzen",  derweil Innen- sowie Aussenwelt ihrer sinnenhaften Bedeutung entleert sind und daher keinerlei Ablenkungscharakter mehr haben. Man lebt in Ziel- und  Zeitlosigkeit und dabei ist es schon schwierig, sich nur auf das Notwendigste zu fokussieren! Alle linearen Vorstellungen, Absichten, Ziele, - alles Wünschen und Wollen, was  sich in die Zukunft richtet, werden vom Gewahrsein sofort vertikal durchKREUZT!

Auch hier die Umkehrung: Wenn ich vertikal stimuliert bin, dann nehme ich  meinen Körper auch nicht wahr, und die Aussenwelt oder gedankliche Innenwelt vermag mich  nicht mehr zu "stimulieren". Recht eigentlich ist es hier gar nicht mehr möglich, von vertikaler und horizontaler Wahrnehmung zu sprechen, weil es keine Trennung mehr gibt. Muss ich aber, denn worüber man nicht sprechen kann, darüber müsse man schweigen, sagte mal einer. LOL  


Im Gewahrsein ist man im Gegensatz zur Achtsamkeit  nicht mehr mit der Materie/Körper identifiziert, sondern  allein auf Erkenntnis der Wahrheit ausgerichtet, poetisch jargoniert hängt das transegoische Ich weltvergessen am Munde Gottes  - ER küsse mich mit dem Kusse seines Mundes; denn SEINE Liebe ist lieblicher als Wein... Na gut, - um der WAHRHEIT mal wieder die Ehre zu geben: Poesie berührt mich schon lange mehr, weshalb ich  in stocknüchterner Wahrheitstrunkenheit den Text des Hohen Liedes aus seiner egoischen Subjekt- sowie seiner Objektbezogenheit herauslöse und singe:


ICH küsse mich mit den Lippen meines Mundes, meine (SELBST-) Liebe ist lieblicher als Wein - in der Erkenntnis der Einheit des Absoluten SUBJEKTS, das ICH BIN. Ita est. Basta, so IST es!
La la la


http://www.gewahrsein.jetzt/Was-ist-Gewahrsein/

Dienstag, 2. Oktober 2018

Von der Moral in der Geschichte und warum ich drauf verzichte...


Soeben wurde ich im Schreiben unterbrochen, weil draussen jemand mehrmals laut Hallo rief. Das geschieht sehr oft;  da Fremde  die richtige Haustür auf der Waldseite nicht finden, rufen sie auf der strassenzugewandten Seite  vor meinem Fenster neben dem Personaleingang. Ich öffne ihnen dann  die Tür und wenn sie sich  noch nicht auskennen, begleite ich sie auch gerne noch zur gesuchten Wohnung, da das Haus einen verwirrend-verschachtelten Eindruck auf Fremde macht. Die Leute bedanken sich dann  und entschuldigen sich  für die Störung. Für mich ist es jedoch keine Störung, (ich fühle mich nie von etwas gestört, weil ich nicht an meinen Tätigkeiten hafte und sofort loslassen kann) ich lasse mich sogar sehr gerne unterbrechen, weil ich dann in Bewegung komme.
Was mir nun bei der heutigen Unterbrechung einmal mehr in den Sinn kam,  ist  die bekannte spirituelle Lehrsentenz über den Meditierenden, der wütend wurde wegen eines Menschen, der während der Meditation hilfesuchend an dessen Tür klopfte. Daraus läßt sich nun schnell und leicht schliessen, dass es  moralisch verwerflich  sei, wenn man der Meditation mehr Bedeutung zumesse,  als einem Menschen, der hilfesuchend  an die Tür klopfe. Was verständlicherweise nicht nur sog. Gutmenschen, sondern auch  jeden guten Menschen auf die Palme bringt. :D

Und genauso wird es von vielen spirit. Lehrern und Suchern auch verstanden, wenn sie noch nicht fähig ist, die Geister zu unterscheiden oder wenn man nicht eine vorgegebene mystische Fremd-Interpretation vorliegen hat: Man gibt der Geschichte vorlieblich eine moralische Bedeutung. Einer spirituellen Lehrgeschichte moralische bzw. moralitäre Bedeutung zu geben, bedeutet aber, dass man immer noch aus der Gut-Böse-Identifizierung heraus intepretiert.  Spirituelle Lehrgeschichten sollten aber nicht auf Moral, sondern auf unpersönliche Wahrheit hinweisen.
Soweit ich das beurteilen kann, gibt es jede Menge sog. spiritueller Lehrgeschichten, bei denen es den Anschein hat, dass sie auch nicht anders als moralisch gemeint sind. Das sind gewissermassen "fakes",  wobei man wohl die Ebenen dual-nondual verwechselt, so wie es ja auch Leute gibt, die den Unterschied zwischen dem Bewusstsein Laotse's  und dem des Konfuzius nicht kennen. Konfuzius repräsentiert das Ich und die  Moral  des Kollektivs und Laotse ist das SELBSTverwirklichte Individuum, welches Kollektiv und Moral transzendiert hat.
Beide sind sie jedoch SUBJEKTbezogen zwei Seiten einer Medaille in der Erkenntnis der Einheit des Absoluten SUBJEKTS, das ICH BIN.

Andererseits gibt es aber weit mehr Lehrgeschichten, die nur deshalb moralisch GEDEUTET werden, derweil der Deuter kein  Gewahrsein für die tiefere überzeitliche  Bedeutung der Lehrgeschichten hat.
(Bei der Gelegenheit frag ich mich gerade, ob es nicht schon eine Interpretations-App gibt für spirituelle Lehrgeschichten, lol.  Wahrscheinlicher ist es, dass es schon auch Interpretationshilfen gibt, mir sind nur noch keine unter die Augen gekommen. Ich bedarf ihrer auch nicht. Sollte mir dergleichen in den Fokus kommen, würde ich gar nicht anders können, als   sofort damit anzufangen, die "Geister" zu unterscheiden.  Gut möglich, dass es sich bei einer vorgegebenen Interpretation einer Lehrgeschichte um Interpretationen von Interpretationen von Interpretationen handelt...
:
Fazit:
Wenn man  den persönlichen und
zwischenmenschlichen  Aspekt  bzw. das  moralische  Narrativ aus der Geschichte herauslöst,  bedeutet diese Lehrsentenz in ihrem unpersönlichen/transpersonalen Kern einfach nur, dass man immer noch mit dem Ego identifiziert ist, solange man sich durch  Ereignisse in der Aussenwelt  gestört fühlt.



Wer die Lehrgeschichten moralisch interpretiert, der füttert sein Überich, den Zensor und er wird versuchen zu tun, was er als moralisch richtig gelernt hat, - um ein GUTER Mensch zu sein! Sein Tun ist aussenorientiert und  fremdbestimmt und er wird seine Stör-Gefühle als schlecht und falsch verurteilen und zu verdrängen suchen, statt sie anzunehmen und mit ihnen zu arbeiten.

Wem Meditation zum alltäglichen Sein geworden ist, der muss nicht mehr üben, sitzen oder "in die Stille gehen", der fühlt sich nicht mehr gestört, wenn seine Aufmerksamkeit aus der gewohnten vertikalen Anbindung in den äusseren Denk- und Handlungsmodus umschwenkt.

Apropos Moral. Es gibt ja Leute, die glauben, dass es in einer  Religion, bei der das Wort "Gott" nicht vorkommt, es auch kein Muss und Sollte gebe. Deshalb finden viele den Buddhismus so angenehm, weil er gottlos sei.
Der Gott der Buddhisten ist ihre Ethik,  Buddhismus hat  10 Sittenregeln,. 
Das heisst, der Hinweg  zur Befreiung ist  - nicht anders als im Christentum -  mit den selben moralischen Grundsätzen gepflastert, welche auch die chrstliche Moral begründen.
Einen Großen Geist bzw. Vatergott gibt es offenbar nicht. dafür gibt es aber auch im Buddhismus jede Menge personfizierter Archetypen, Götter und Dämonen.
Der Ethos der Buddhisten wie der Christen ist universell und universell = göttlich! 

Buddha selbst soll auf die Frage nach der Existenz Gottes mit "Ja und Nein" (Sowohl-als-auch )  entgegnet haben. Dass Gott keine Rolle spielt im Buddhismus, wird aber wohl eher daran  liegen, dass es eine Transformationsstufe höher nur noch mit Weder - Noch zu beantworten ist, weil hier Gott als ein Gegenüber bzw. das dualistische Bewusstsein transzendiert ist.
Im Zenbuddhismus kriegt man auf solche  Fragen einen Schlag mit dem Stock. Na ja, so genau weiss ich das zwar nicht, erscheint mir aber plausibel, da das Paradox dem Verstand nicht erklärt werden kann. Die Antwort kann nur Schweigen sein oder Schläge... LOL


Lustig. Puppetji vs. Meditation.  Puppetji ist dem spirit. Status nach kein Meister, sondern ein Lehrer, da er sich immer noch gestört fühlt, egal bei was. Wer sich bei Meditation gestört fühlt, fühlt sich auch allgemein gestört, solange er (die Geschehnisse in gut-böse, richtig-falsch, besser-schlechter usw.) WERTET.
https://www.youtube.com/watch?v=G5Z_EoyO_F8
Ruft Puppetji hier nach "Deconstruction? Im Zusammenhang mit Meditation höre ich das zum ersten Mal, kann mir aber vorstellen, was gemeint ist: Die Geräusche ihrer Bedeutung entlerren, dann kann man auf der Störung surfen! Mal sehn... 
Google weiss Rat:
https://deconstructingyourself.com/meditation-%E2%80%94-why-deconstruction.html

Hmmm...Ich ahne, dass ich mit dem Thema noch nicht ganz fertig bin, bin noch nicht zum Kern der Sache vorgedrungen... ist nicht ganz stimmig, habe den Punkt nicht richtig getroffen..Das Fazit sollte ausführlicher ausgeführt werdne.
Trotzdem ENDE für heute, ich bin müde...