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Dienstag, 2. Oktober 2018

Von der Moral in der Geschichte und warum ich drauf verzichte...


Soeben wurde ich im Schreiben unterbrochen, weil draussen jemand mehrmals laut Hallo rief. Das geschieht sehr oft;  da Fremde  die richtige Haustür auf der Waldseite nicht finden, rufen sie auf der strassenzugewandten Seite  vor meinem Fenster neben dem Personaleingang. Ich öffne ihnen dann  die Tür und wenn sie sich  noch nicht auskennen, begleite ich sie auch gerne noch zur gesuchten Wohnung, da das Haus einen verwirrend-verschachtelten Eindruck auf Fremde macht. Die Leute bedanken sich dann  und entschuldigen sich  für die Störung. Für mich ist es jedoch keine Störung, (ich fühle mich nie von etwas gestört, weil ich nicht an meinen Tätigkeiten hafte und sofort loslassen kann) ich lasse mich sogar sehr gerne unterbrechen, weil ich dann in Bewegung komme.
Was mir nun bei der heutigen Unterbrechung einmal mehr in den Sinn kam,  ist  die bekannte spirituelle Lehrsentenz über den Meditierenden, der wütend wurde wegen eines Menschen, der während der Meditation hilfesuchend an dessen Tür klopfte. Daraus läßt sich nun schnell und leicht schliessen, dass es  moralisch verwerflich  sei, wenn man der Meditation mehr Bedeutung zumesse,  als einem Menschen, der hilfesuchend  an die Tür klopfe. Was verständlicherweise nicht nur sog. Gutmenschen, sondern auch  jeden guten Menschen auf die Palme bringt. :D

Und genauso wird es von vielen spirit. Lehrern und Suchern auch verstanden, wenn sie noch nicht fähig ist, die Geister zu unterscheiden oder wenn man nicht eine vorgegebene mystische Fremd-Interpretation vorliegen hat: Man gibt der Geschichte vorlieblich eine moralische Bedeutung. Einer spirituellen Lehrgeschichte moralische bzw. moralitäre Bedeutung zu geben, bedeutet aber, dass man immer noch aus der Gut-Böse-Identifizierung heraus intepretiert.  Spirituelle Lehrgeschichten sollten aber nicht auf Moral, sondern auf unpersönliche Wahrheit hinweisen.
Soweit ich das beurteilen kann, gibt es jede Menge sog. spiritueller Lehrgeschichten, bei denen es den Anschein hat, dass sie auch nicht anders als moralisch gemeint sind. Das sind gewissermassen "fakes",  wobei man wohl die Ebenen dual-nondual verwechselt, so wie es ja auch Leute gibt, die den Unterschied zwischen dem Bewusstsein Laotse's  und dem des Konfuzius nicht kennen. Konfuzius repräsentiert das Ich und die  Moral  des Kollektivs und Laotse ist das SELBSTverwirklichte Individuum, welches Kollektiv und Moral transzendiert hat.
Beide sind sie jedoch SUBJEKTbezogen zwei Seiten einer Medaille in der Erkenntnis der Einheit des Absoluten SUBJEKTS, das ICH BIN.

Andererseits gibt es aber weit mehr Lehrgeschichten, die nur deshalb moralisch GEDEUTET werden, derweil der Deuter kein  Gewahrsein für die tiefere überzeitliche  Bedeutung der Lehrgeschichten hat.
(Bei der Gelegenheit frag ich mich gerade, ob es nicht schon eine Interpretations-App gibt für spirituelle Lehrgeschichten, lol.  Wahrscheinlicher ist es, dass es schon auch Interpretationshilfen gibt, mir sind nur noch keine unter die Augen gekommen. Ich bedarf ihrer auch nicht. Sollte mir dergleichen in den Fokus kommen, würde ich gar nicht anders können, als   sofort damit anzufangen, die "Geister" zu unterscheiden.  Gut möglich, dass es sich bei einer vorgegebenen Interpretation einer Lehrgeschichte um Interpretationen von Interpretationen von Interpretationen handelt...
:
Fazit:
Wenn man  den persönlichen und
zwischenmenschlichen  Aspekt  bzw. das  moralische  Narrativ aus der Geschichte herauslöst,  bedeutet diese Lehrsentenz in ihrem unpersönlichen/transpersonalen Kern einfach nur, dass man immer noch mit dem Ego identifiziert ist, solange man sich durch  Ereignisse in der Aussenwelt  gestört fühlt.



Wer die Lehrgeschichten moralisch interpretiert, der füttert sein Überich, den Zensor und er wird versuchen zu tun, was er als moralisch richtig gelernt hat, - um ein GUTER Mensch zu sein! Sein Tun ist aussenorientiert und  fremdbestimmt und er wird seine Stör-Gefühle als schlecht und falsch verurteilen und zu verdrängen suchen, statt sie anzunehmen und mit ihnen zu arbeiten.

Wem Meditation zum alltäglichen Sein geworden ist, der muss nicht mehr üben, sitzen oder "in die Stille gehen", der fühlt sich nicht mehr gestört, wenn seine Aufmerksamkeit aus der gewohnten vertikalen Anbindung in den äusseren Denk- und Handlungsmodus umschwenkt.

Apropos Moral. Es gibt ja Leute, die glauben, dass es in einer  Religion, bei der das Wort "Gott" nicht vorkommt, es auch kein Muss und Sollte gebe. Deshalb finden viele den Buddhismus so angenehm, weil er gottlos sei.
Der Gott der Buddhisten ist ihre Ethik,  Buddhismus hat  10 Sittenregeln,. 
Das heisst, der Hinweg  zur Befreiung ist  - nicht anders als im Christentum -  mit den selben moralischen Grundsätzen gepflastert, welche auch die chrstliche Moral begründen.
Einen Großen Geist bzw. Vatergott gibt es offenbar nicht. dafür gibt es aber auch im Buddhismus jede Menge personfizierter Archetypen, Götter und Dämonen.
Der Ethos der Buddhisten wie der Christen ist universell und universell = göttlich! 

Buddha selbst soll auf die Frage nach der Existenz Gottes mit "Ja und Nein" (Sowohl-als-auch )  entgegnet haben. Dass Gott keine Rolle spielt im Buddhismus, wird aber wohl eher daran  liegen, dass es eine Transformationsstufe höher nur noch mit Weder - Noch zu beantworten ist, weil hier Gott als ein Gegenüber bzw. das dualistische Bewusstsein transzendiert ist.
Im Zenbuddhismus kriegt man auf solche  Fragen einen Schlag mit dem Stock. Na ja, so genau weiss ich das zwar nicht, erscheint mir aber plausibel, da das Paradox dem Verstand nicht erklärt werden kann. Die Antwort kann nur Schweigen sein oder Schläge... LOL


Lustig. Puppetji vs. Meditation.  Puppetji ist dem spirit. Status nach kein Meister, sondern ein Lehrer, da er sich immer noch gestört fühlt, egal bei was. Wer sich bei Meditation gestört fühlt, fühlt sich auch allgemein gestört, solange er (die Geschehnisse in gut-böse, richtig-falsch, besser-schlechter usw.) WERTET.
https://www.youtube.com/watch?v=G5Z_EoyO_F8
Ruft Puppetji hier nach "Deconstruction? Im Zusammenhang mit Meditation höre ich das zum ersten Mal, kann mir aber vorstellen, was gemeint ist: Die Geräusche ihrer Bedeutung entlerren, dann kann man auf der Störung surfen! Mal sehn... 
Google weiss Rat:
https://deconstructingyourself.com/meditation-%E2%80%94-why-deconstruction.html

Hmmm...Ich ahne, dass ich mit dem Thema noch nicht ganz fertig bin, bin noch nicht zum Kern der Sache vorgedrungen... ist nicht ganz stimmig, habe den Punkt nicht richtig getroffen..Das Fazit sollte ausführlicher ausgeführt werdne.
Trotzdem ENDE für heute, ich bin müde...


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