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Donnerstag, 23. August 2018

Gewissenlose Freiheit ist nichtwissendes So-Sein

News von Unterwegs:
Mein  Kommentar zu einem dahergelaufenen Forenbeitrag:


Zu Anfang fällt mir ein vielversprechender Satz ins Auge:
"Magie/Mystik ist für mich eine symbiotische Arbeit mit dem Hier und Jetzt.
Eine Passiv-Aktiv-Auslotung und Kooperation (=Aktiv) mit dem JETZT (=Passiv)."
Offenbar das Motto...? Hm...das klingt theoretisch ja ganz gut, in der Praxis aber nach Schwerstarbeit. Hm... also ich habe Magie und Mystik noch nie unter einen Hut gekriegt.  Da steht das geistige!Erkennen ganz klar über dem Machen/Magie. Wo mystische  Erkenntnis ist, muss nichts gemacht werden.  (Wobei ich den Mystiker nicht als spirituellen Sucher, sondern letztgültigen Finder/Befreiten definiere, der recht eigentlich Mystik UND Magie transzendiert hat.) Anders sieht es aus bei verstandesmäßigen "Erkenntnissen", Ideen, die auf Vorstellung basieren, die  das Ego dann Schritt für Schritt MACHEN kann. Vorstellung, Imagination ist das Haupt-Handwerkszeug der Magier....  Magie ist nichts anderes als Realisierung der Imaginationen und ist den meisten Menschen völlig unbewusst, dass sie auf diese Weise die Macher und Konstrukteure dessen sind, was sie für Realität halten.
Die Magie hat aber keinen Bezug zum Ewigen JETZT, sondern nur zum profanen Hier und Jetzt der Person.
Ziemlich viele Unklarheiten in dem darauf folgenden Text, weswegen ich auch keinen rechten Bezug zu der Überschrift herstellen kann und ich einfach drauflos schreibe, was mir spontan in den Sinn kommt. .


Auszug:

("...)Die Kunst liegt also darin zunächst wahrzunehmen was gerade ansteht,.....z.B. welche Erkenntnis, welches Gefühl, welches Singnal sich offenbart, und anschließend welcher Schritt zu tun ist, und alles Nötige dafür zu tun.
Loslassen, konkret tätig werden, Gefühlen Beachtung schenken, in die Stille gehen, aktiv werden etc. … was auch immer, je nachdem. In dem Moment haben wir die ganze Unterstützung des Universums. Der Körper-Geist-Organismus weiß am besten was es braucht.

Legen wir uns etwas auf das momentan nicht ansteht, dann richten wir unseren Willen gegen diesen natürlichen Fluss, handeln nicht entsprechend, und blockieren so den natürlichen (Ver-)Lauf. Er (Der Fluss) weiß jedoch am Besten was in jedem Moment für unsere Entwicklung richtig ist. Den direkten Weg zu Ganzwerdung.
Vermutlich sind die Möglichkeiten in einem solchen Moment nicht auf eine einzige detailgenaue Antwort = Handlung oder Nicht-Handlung usw. beschränkt, aber so pi mal Daumen müsste es passen. :)

Das erklärt, weshalb z.B. die Raucherentwöhnung nicht gelingt, wenn jemand sich allein aufgrund äußerer Gegebenheiten wie Neujahr, oder durch Aufforderung Anderer bspw. vornimmt für das kommende Jahr rauchfrei zu werden. Es war einfach (noch) nicht der passende Zeitpunkt und etwas anderes stand an. Etwas das nicht wahrgenommen werden konnte, weil man die Aufmerksamkeit nicht bei sich (dem Fluss) hatte.
Dieses Bsp. ist auf alles andere übertragbar das momentan nicht ansteht, und nach gut Dünken gewählt wird, statt die Sensoren für das was ansteht zu sensibilisieren.

Das Leben ist gezwungen jede Überzeugung die nicht diesem natürlichen Fluss entspringt, welche nicht dem absolutem Einklang mit unserem Herzen entspringt, früher oder später zu enttäuschen. Ich vermute je unsensibler/unbewusster wir sind, desto länger braucht es bis wir das erkennen. Krankheiten oder Schicksalsschläge dienen manchmal dazu uns das Leben gegen den Fluss bewusst zu machen.
Darum heißt es „suchet erst das Reich Gottes“ = Den natürlichen Fluss (deine wahre Natur) dann ist für alles gesorgt.
Und das alles kann immer nur im JETZT geschehen!"

Mein Kommentar: 

Ja, dem letzten Satz kann ich nur zustimmen! Mit dem ersten Absatz komme ich so gar nicht klar,  ich kann mich einfach nicht erinnern,  früher je in solch mystisch-magischer "symbiotischer"Weise vorgegangen zu sein. Es geht hierbei doch um nichts anderres als Schattenarbeit gehen! Denn auf anderen Wegen kommt man nicht in  "Fluss".

Sicher  ist nicht alles falsch, was in dem obigen Forenbeitrag geschrieben wird.  Wie stets fallen mir jedoch nur die Ungereimtheiten in den Fokus und wie immer muss mein penetranter Wahrheitstrieb ad hoc und ohne Zögern diesen Punkten auf den tiefsten Grund gehen. (Tatsächlich mag es für den aussenstehenden Leser  erbsenzählerisch wirken, aber diese "Erbsen"  haben keinerlei objektive Relevanz, sondern nur für mich eine Bedeutung, sowie auch die WAHRHEIT, die ich letztlich bei diesem Intensiv-Gründeln finde, nur für mich eine Bedeutung hat. Nicht anders soll es sein in der Anbindung an das  Absolute (=transpersoanle) SUBJEKT, das ICH BIN.  

- Hm...Was ist mit diesem Energiefluss eigentlich gemeint, von dem hier die Rede ist? Die Vitalkraft der Großen Mutter? Der VaterGEIST?  Für mich ist Energie nur ein weiteres  Gedankenkonstrukt, das für manchen unfrommen Sucher den toten Gott ersetzen soll. Damit macht man sich zwar in der gottlosen Erleuchtungsszene einer (christlichen) Religiösität unverdächtig, der Unbewusste Gott wird sich aber irgendwann dafür rächen - Jahaaaa! 
Der Fluss des Tao ist KEINE Energie, er ist weder dies noch jenes, es ist Stillstand UND Bewegung zugleich, anders gesagt: es ist weder Stillstand noch Bewegung. LOL.Tilt und Tschüss!

- Die einzige "Kunst", die es zu erlernen gibt, läßt sich für mich mal wieder nur in einem einzigen Wort zusammenfassen:  ACHTSAMKEIT, die zunächst auf das persönliche "Flachland"- Hier&Jetzt zu fokussieren ist, um letztlich in die "Höhe" des vertikalen Ewigen JETZT  zu münden. (Wobei es hier recht eigentlich weder Höhe noch Tiefe, noch Breite noch Länge gibt). Wer Achtsamkeit übt, der braucht sich über so was wie "anstehende Schritte" keine Gedanken zu machen. Die Achtsamkeit selbst ist der Führer, dem es sich zu überlassen, HINZUGEBEN gilt..

- Wenn man im Fluss des Tao fliesst, gibt es keinen "richtigen Zeitpunkt". Die Raucherentwöhnung mißlingt deshalb, weil man nicht fest genug gegründet in der Gegenwart bleiben kann und man den Kraftpunkt in die Zukunft projeziert.  Der Kraftpunkt liegt jedoch immer nur in der Gegenwart. Der richtige Zeitpunkt ist immer JETZT.

- Es gibt auch keine irgendwie gearteten Überzeugungen, die dem Tao "entspringen". Jegliche Überzeugung ist Glaubenssatz, entspringt dem Verstand und ist damit ein Stein im Fluss des Seins. Im Fluss gibt es nur geistige Erkenntnis, die jedoch dort, wo man  (noch) nicht fest in der Gegenwart bzw. der WAHRHEIT des Gewahrsein steht, ad hoc vom Verstand vereinnahmt und zu einem Konzept verwurstet wird, was er fortan gerne als absolute Wahrheit zu missionieren pflegt. Deutlich erkennbar ist das z.B. bei Leuten, die ihre Erkenntnisse - ganz gleich, ob diese nun aus erster oder zweiter Hand stammen  -  in Büchern oder  im Internet konserviert haben und bei Fragen niemals spontan antworten, sondern immerzu auf ihren vergammelten Alten Käse hinweisen bzw. verlinken.  Der Mind, der derartig an seinen vergangenen Erkenntnissen/Worten haftet, der kann auch nicht zulassen, dass etwas  Neues geboren wird.  Wer im Fluss mit dem Tao ist, ist im Bewusstsein des Nichtwissens; der repetiert nicht aus den stinkenden stehenden Gewässern angelernten und abgespeicherten Wissens, sondern  antwortet auf Fragen spontan und alles, was er sagt, sprudelt ihm neu, frisch und klar aus der Quelle aller Erkenntnis.  In der Einheit  eines performativen Lehren-Lernens ist alles, was er antwortet, ein  Lehren und ein gleichzeitiges Lernen.  Und darin wird er niemals müde und wenn er hundert mal die selben Fragen beantwortet, die Antwort kommt ihm immer frisch aus der Quelle und niemals aus dem Gedächtnis.  Auch wenn hundert Mal die Antwort für "Andere" dieselben scheinen, sind es doch niemals die selben. Das ist ein Mysterium, an dem sich der Verstand vergeblich die Zähne ausbeisst.

- Der ganze Text spiegelt solcherart Überzeugungen wider.  Die absolute WAHRHEIT sagt  nicht eitel  "Wir", sondern ICH (BIN) und wo sie das nicht explizit sagt, ist es implizit in der "Verkündigung" enthalten. Das "Wir" und "die Anderen"  entspringen aus absoluter Sicht nur einer Schlussfolgerung/Konstruktion des Verstandes: denn nur wo es m(ICH) gibt, gibt es auch Andere.

- Im Flow (des Tao) gibt es nichts, was "anstehen" könnte, weil hier jede (Persönlichkeits-) Entwicklung aufgehört hat. Da steht nichts an und da gibt es nichts (mehr) zu tun. Keine Schritte, kein Programm...  Das "Anstehen" ist psychologischer Jargon und der hat im Tao-Flow nichts zu suchen. Wo was (an-)steht, kann nämlich nichts fliessen.  (Auch ein  kongruentes Ich macht in seinem fliessenden Bei-sich-Sein keine bewussten Schritte, es ist u.a. im Kontakt mit seiner Intuition, sein Handeln ist  nicht bewusst, sondern vorbewusst-intuitiv.)
Im Fluss mit dem Tao  hat jedes psychologische "Wachsen" aufgehört. Überhaupt ist das Bestreben,  zu "wachsen" genau so eine Karotte wie das eselhafte Streben nach Erleuchtung. Es ist schon auffällig, dass immer diejenigen sich so eines "wachsenden" Psychojargons befleissigen, die  harmoniesüchtig jeder Herausforderung und jedem  Konflikt aus dem Wege gehen und vorlieblich einem "bösen Umfeld" die Schuld an ihren diversen Befindlichkeiten geben.

Im Gegensatz zum personalen (kongruenten) Flow sind die intuitiven Sensoren im  transpersonalen Flow für "das, was ansteht", quasi ausgefallen, weil alles Handeln spontan geschieht so gänzlich "unsensibel" und  "unbewusst" im Sinne von Nichtwissen. Ich weiss nicht, was ich tue.
Das Tao - das  Fliessen mit dem ewigen JETZT - ist weder aktiv noch passiv. Tao ist Nichthandeln. Da werden auch keine Schritte "offenbart", die man dann gehen muss, sondern einfach nur getan. Auch das Loslassen kann man nicht machen, es geschieht einfach dann, wenn sich der Geist-Körper-Psyche-Organismus ins Hier und Jetzt hinein ENTSPANNT, statt an dem zu kleben, was er gedanklich nicht loslassen kann! Das hat mit Magie nichts zu tun.
 Im Flow des Tao gibt es auch keine Erkenntnis, nach der man handeln müßte könnte sollte dürfte... Das Tao drückt sich nämlich nicht im konkreten, sinnlich sichtbaren Handeln des Befreiten, sondern in seinen "Losigkeiten" und seinem  Nicht-Handeln aus - das heisst: GAR NICHT! Das sollten sich die,  die glauben,  einen Meister an seinem Handeln erkennen zu können, endlich mal klarmachen! Diese Sorte von "Spiridioten" bringt es fertig, von Nicht-Urteilen, Nicht-Bewerten zu faseln und ganz dezidiert von anderen  zu erwarten und gleichzeitig massen sie sich an, einen Meister/Befreiten nach egoischen Maßstaben zu beurteilen! Phigittpfuiii!


Fazit: Hier werden einmal mehr die personalen resp. transpersonalen Ebenen vermischt und das kongruente Fliessen mit den egoischen Gefühlen, Gedanken  und Empfindungen mit dem Fliessen des Tao (Willen Gottes)  gleichgesetzt und die  "natürliche Natur" mit der sog. WAHREN Natur. Im Flow der  WAHREN Natur ist die "wilde Natur"* des befreiten Zentaur-Körper- Ichs transformiert, transzendiert, integriert.  Da gibts auch keine ichhafte Kongruenz mehr. Das kongruente Fliessen ist eine entwicklungsbedingte  Voraussetzung, aber nicht das letztgültige Ziel. Manche werden vielleicht sagen, das Tao äussere sich eben auch im kongruenten Fliessen. Und schliesslich  gebe es ein weibliches und ein männliches Tao. Das kann ich so nicht sehen. Der Wille der Muttergöttin ist nicht der Wille Gottvaters.  Individuation III (unter der Führung des Wahren SELBST) bedeutet nicht, dass ich mich letztlich als Wahre Frau oder Wahren Mann definiere, sondern als Wahrer MENSCH, der in und aus sich SELBST das Männliche und Weibliche vereint hat und sich daher der Einheit mit dem Großen Geist BEWUSST ist....jenseits der Polaritäten, jenseits von Frau/Mann, Mutter/Vater, jenseits sogar von androgyn!

- Wo die BW-Evolution ACHTSAM, moderat und relativ widerstandslos-ungestört verläuft, da hat das natürliche bzw. das  "Wilde Ich"  übrigens keine lange Lebensdauer, derweil  auch dies nur als ein VORÜBERGEHENDES erkannt wird. Wer in Achtsamkeit ungeübt ist, der identifiziert sich damit und errichtet damit das Hindernis für jede weitere geistige Entwicklung.
Der Verstand macht immer wieder den selben Fehler, derweil  er oft glaubt,  Integration  bedeute, dass das gewöhnliche ungeheilte Ich integriert werde (bzw. "umarmt", wie es K. Wilber gerne nennt. Transzendenz - das Eingehen des  Ichs in die Einheit geschieht aber nur durch Transformation  (3. Individuation) des ungeheilten Ichs. Heilung ist Umarmung ist Integration.
Transformation=Heilung der Seele (Sohn), Transzendenz= ganzheitliches HEIL durch die Erkenntnis  bzw. die bewusste Anbindung des "Sohnes" (Archetyp: Wahres SELBST) an den GEIST -  das unendliche und ewige Bewusstsein.

* Die wilde Natur ist die  "sündige" Natur, Annahme bedeutet hier die Hinterfragung der herrschenden Gut&Böse-Moral und in diesem Kontext ganz  bewusst zu "sündigen" - für  das schwarzchristlich geprägte Bewusstsein ein wahrhaft todesmutiger Akt! Es geht darum, gegen das  schlechte (konditionierte) Gewissen anzukämpfen und in diesem Kampf gegen das Über-Ich/Zensor am Ende ein moralbefreites Sein jenseits  kultureller Prägungen, jenseits von Humanismus in der Anbindung an Gott/WAhre Natur zu finden. Entgegen mancher Meinung gibt es hier keine Ur-Ethik oder Ur-Moral. In diesem Sein stellt sich die Frage nach Gewissen, Moral und Ehtik einfach nicht mehr.Das gewissenlose Sein ist nichtwissendes Sein.



Zuletzt noch ein guter Rat: Spirituelle Sucher sollten besser ihre spirituellen Überzeugungen/Konzepte  nicht voreilig  im Namen eines  "Wir" missionieren, solange sie die Geister ("Ebenen") nicht spirituell korrekt unterscheiden können.  Sie disqualifizieren sich und ebenso die im "Wir" mitgedachte ganze Menschheit , die sie mit dem Einbezug recht eigentlich in nichts anderem als in der eigenen Unwissenheit versammeln.  Vor dem Wir kommt erst mal  Ich. Bevor man verallgemeinert, muss man differenzieren können.  Ich meine, es  sind dies oftmal jene,  die im Namen der ganzen Menschheit sprechen, diejenigen, die noch nicht einmal gelernt haben, gekonnt  "Ich" zu sagen bzw. in einer klaren authentischen Ich-Form die Verantwortung für ihre Gefühle, Gedanken, Handlungen zu übernehmen.  Das die ganze Menschheit einschliessende  "Wir" eines  Ichs, welches  immer noch in narzisstischem Gekränktsein  einer Bösen Umwelt die Schuld/Verantwortung für seine negativen Gefühle anlastet,  bekommt somit  ein ebenfalls ziemlich anrüchiges Geschmäckle.


 





Samstag, 27. Januar 2018

Solve et coagula oder Was der Verstand bindet, löst der GEIST des Gewahrseins

Einige Betrachtungen anläßlich einer Diskussion über die Illusion des Ich im Zusammenhang mit dem Kurs in Wundern (KIW): 


Es gibt keine OBJEKTIVE Wahrheit, jede Wahrheit, die geglaubt wird bzw. ERKANNT wird ist vom glaubenden bzw. erkennenden Subjekt abhängig.
Die relative Wahrheit ist die Wahrheit des glaubenden kleinen Subjektes (Ich), welches an dies und jenes glaubt bzw. dies und jenes für wahr HÄLT.  

Die Absolute Wahrheit kommt von Innen, es ist dies die höhere transzendierte WAHRHEIT in der Erkenntnis des Absoluten SUBJEKTS, das ICH BIN.  Voraussetzung für die Absolute Wahrheit ist die Transzendierung der Gegensätze. Voraussetzung für die Transzendierung ist die Transformation des Denkens und der Gefühle. 

Lüge und Wahrheit sind Gegensätze auf der relativen dual-personalen BW-Ebene.  Wer nur an die Liebe GLAUBT bzw. wer nur zu lieben glaubt, lügt. Er verleugnet sein Gegenteil: Hass. Wer nur an das Gute glaubt, verleugnet das Böse, welches er verdrängt.

Auf der transpersonalen BW-Ebene gibt es nur WAHRHEIT und Unwahrheit.  Jenseits der Gegensätze gibt es daher weder Lüge noch Wahrheit,  da ist die gesamte dualistische Gegensatz-BW eine [b][size=medium][color=#800000]UNWAHRHEIT - die sich aber NICHT im Gegensatz zur "Absoluten WAHRHEIT" befindet[/color][/size][/b]! DAs bedeutet, das Ich bzw. das  dualistische BEwusstsein  ist im (erleuchteten) Bewusstein des SUBJEKTS, das ICH BIN im doppelten Sinne aufgehoben, aber NICHT eliminiert, sondern durch Desidentifizierung neutralisiert (transzendiert).

Dass das Ich eine Illusion ist, darf nicht geglaubt werden, sondern kann nur  auf geistige GEwahrseinsweise ERKANNT werden.

Aus der transpersonalen Erkenntnisperspektive  ist es eine Illusion, zu glauben, dass das Ich eine Illusion ist!
Der Glaube an die  Illusionshaftigkeit des Ichs ist nicht anders als der Glaube an die Realität des Ichs. Beides ist unwahr, solange es nur GLAUBE ist, aber kein Wahres SEIN in der Erkenntnis des SUBJEKTs hat,  das ICH BIN.

Für den spirituellen Sucher ist das Programm angesagt, seine Glaubenssätze als solche zu erkennen, zu untersuchen und zu hinterfragen, statt sich neue Glaubenssätze zu basteln! Der Kurs in Wundern tut dies scheinbar auch, aber in einer dogmatischen Art und verwirrenden Rhetorik,
Der organische Weg zur Glaubenssatz-Infrage-Stellung beginnt mit der Achtsamkeit und Würdigung dem eigenen Denken gegenüber, nicht mit Augosuggestionen, die besagen, dass das Ich mit seinem Denken unwahr ist. Die Unwahrheit des ichhaften Denkens ist geistige ERkenntnissache und keine Glaubenssache. Nicht Suggestionen, sondern die  Beobachtung des eigenen Denkens führt zur Wahrnehmung des Gegensatzdenkens und von dort aus zur Transformation/Transzendierung der GEgensätze in der Einheitserkenntnis.

Die Frage nach der WAHRHEIT führt den Erkennenden immer durch die diversen  Erkenntnismodi vom ichhaften Entweder-Oder-Denken (Glauben als für-wahr-HALTEN) über den Sowohl-als-Auch-Modus zur Weder dies-Noch das-Auflösung in der Einheit bzw. im sog. "Nichts".  Anders gesagt: der Pfad verläuft von der Identifizierung mit einem Glaubenssatz zur Desidentifizierung/Vereinheitung. (Man soll aber nicht glauben, dass das Hinterfragen von Glaubenssätzen eine leichte Sache sei, der Prozess ist mitunter von Todesängsten begleitet, derweil auf diese Weise die gesamte sog. Realität  in Frage gestellt wird.)

Wenn ich z.B. die Annahme/Glaubenssatz hinterfrage,  ob das Ich eine Illusion sei, beginnt der GEIST - dank des todesmutigen Zweifels, der schon einen kleinen Spalt  in unsere Zementbirne geschlagen und dadurch das Licht am Ende des Tunnelblickes ein wenig sichtbar macht  - damit,  das Ich zu "durchschauen", indem er vor allem des negativen Wesens des Entweder-Oder-Denkens gewahr wird, u.a. des unheilvollen Schwarz-Weiss-Denkens, was für  Streit und alles Böse in der Welt verantwortlich ist...

(Es ist wichtig, dass man sich auf das Entweder-Oder-Denken auch wirklich einläßt! Ja, du musst versuchen, das Gegenteil der These zu beweisen. EINLASSEN statt ausweichen! These, Antithese, Synthese!  Um die Wahrheit zu finden, muss ich den Gläubigen der Illusions-These mit der Antithese entgegnen, und beweisen, dass das Ich auf seine Weise sehr real ist. Ob dieser Beweis angenommen wird, steht nicht zur Debatte, denn der Egomind läßt sich von seinen zementierten Dogmen nicht leicht abbringen.
Dass das Denken an sich weder schlecht noch gut, sondern eine wahre Lust ist, wenn man es frei und wild laufen läßt... )

Das Resultat dieser "Erforschung" ist die Erkenntnis , dass das Ich sowohl eine Illusion, als auch keine Illusion ist - derweil der GEIST fähig ist, die personalen und transpersonalen Perspektiven einzunehmen und die Dinge  "von unten" und "von oben" SCHAUEN kann: er weiss um die Illusionshaftigkeit des Ichs aus der nondualen  Erkenntnis heraus, dass er unsterbliches BEWUSSTES Sein ist. Aus der dualistischen Perspektive heraus ist ihm das Ich KEINE  Illusion. Es ist wie mit der Frage  nach Gott: Ja, auf dem Hinweg zu Gott/SELBST gibt es Gott und auf dem Rückweg hat man ihn "getötet", derweil man sich SELBST in der Einheit als EIN unsterbliches Bewusstsein erkannt hat  - als das absolute SUBJEKT, das ICH BIN. 

Ich bin an anderer Stelle schon einmal  detaillierter auf das Tetralemma oder Quatrolemma  eingegangen- bin  mir darüber noch nicht sicher... ein Tetralemma ist es, wenn man das ichhafte Entweder-Oder-Denken ausschliesst. Ansonsten sind es 4 ErkenntnisStufen oder Schritte, auf die ich jetzt nicht näher eingehen will. Deshalb nur kurz, dass der letzte Schritt im Nichts der Einheit verschwindet, wenn ich erkenne:  Ich bin weder dies noch das -  was immer ich auch von "Ich" denke, das ich bin.

Kurz gesagt: Es gibt keine EINDEUTIGE Festlegung für den GEIST - - bis er den Pfad zur WAHRHEIT zuende gegangen ist und der Egomind bzw. das Dogma  sich in der Einheit aufgelöst hat.  Es gibt keinerlei Begriff, der auch  nur annähernd die Wirklichkeit  beschreiben könnte. Wenn man sagt, dass das Ich eine Illusion ist, ist dies zu direkt und eindeutig und stellt sich für den Verstand promptly in den Gegensatz zu "real". Das Ich ist aber in letztgültiger Erkenntnis  weder real noch eine Illusion!
Das ist der Prozess der Glaubenssatz- oder Gegensatz-Transformation. Zuerst setzt der Verstand einen Gegensatz, dann Zweifel, dann mischt  sich der GEIST ein und überführt den Gegensatz in die Einheit.  Bei jedem dieser "Schritte" identifiziert sich der Egomind erneut und macht aus seiner Erkenntnis einen neuen Glaubenssatz, den er verteidigt.
Was der Verstand bindet, löst der GEIST des Gewahrseins. 
Solve et coagula

Ja, das ist für den Egomind sicher alles gar nicht zu verstehen, dennoch - ich kenne niemanden, der das so gut beschreiben könnte wie ich... LOL ... na gut, ich kann nicht anders, sobald die Frage nach der Wahrheit auftaucht, muss der GEIST die passenden Ant-WORTE dafür finden. In der Regel ist es so: immer  wenn mein Schreiben unpersönlich wird,  "wahrheitet" ES.
Und bitte, lieber Leser - ich bediene mich hier frech und lustig  der scheinbaren Voraussetzung eines scheinbaren "Du", lolol  -  GLAUB mir kein Wort von alledem, was du hier liest! Mach dich selbst auf den Weg und ERKENNE in, durch und aus dir SELBST die Lebendige WAHRHEIT des Absoluten SUBJEKTS, das DU BIST... ääähm, ICH BIN.  hehe

Aus der  Letztgültigen Erkenntnis erhält der Mind u.a. auch scheinbar die Information, dass es keine Geschichte gibt, dass nie etwas geschehen sei, dass es so etwas wie Lebenserfahrung gar nicht gibt...Aber hey, auch das ist nur einer neuerlichen Interpretation und Schlussfolgerung (Anhaftung)  des Minds geschuldet durch die Identifizierung mit  der sog. Letztgültigen Erkenntnis, die  einen  neuerlichen  Glaubenssatz kreiiert, den man als solchen getrost in Zweifel ziehen darf und muss... und so weiter und so fort - ein stetiges Binden und Lösen.

Im Grunde erkenne ich nichts anderes als dass ich unverletztliches unsterbliches und unendliches BEWUSSTES SELBST-SEIN bin, deweil ich mit dem Körper, der Materie nicht mehr identifiziert bin.
Nach der Glorreichen Auferstehung in die Innenwelt beginnt die innere "Rückreise" in die Welt und diese "Erfahrungen" widersprechen wiederum dem Glauben, dass es kein Leben, keine Welt, keine Erfahrungen gebe.
Das Neue Ich-SELBST erkennt jetzt: Ontogenese ist nicht nur Phylogenese, sondern im weitesten Sinne auch Cosmogenese.


Der KIW lehrt den Übenden nur neue Glaubenssätze, statt seine Glaubenssätze als solche in Frage zu stellen. Die Leute lernen etwas über die Bedeutungslosigkeit der Welt und des Egos, ohne die Welt je wirklich in ihrer Bedeutung wahrgenommen zu haben.
Letztlich geht es dem spirituellen Sucher darum, zu erkennen, dass Glaube im Sinne von für-wahr-Halten kein wahres Wissen ist, sondern  immer verstandesmaßige Überzeugung aufgrund von Annahme/Vermutung,  gleichgültig, ob ich glaube, dass das Ego real ist oder glaube, dass es eine Illusion ist.  Im transpersonaler Erkenntnis steht der Glaube nicht in Gegensatz zu Unglaube, sondern gegen die Weisheit aus dem Gewahrsein=Ursprung.


Meine Betrachtungen wenden sich insbesondere gegen den Glauben von KIW-Gläubigen,  sie könnten ohne Selbstannahme der Person, die sie jetzt und hier sind, zur Transformation gelangen. Ihr Argument: Warum soll ich etwas annehmen, von dem ich weiss, dass es eine Illusion ist?Ein tragischer Fehlschluss, da sie nicht wirklich WISSEN auf der Basis der Weisheit eigener geistiger ERkenntnis, sondern nur GLAUBEN auf der Basis von Hören-Sagen im Sinne eines Für-wahr-HALTENS. Dass sie den Unterschied nicht erkennen können liegt an der fehlenden Übung von Achtsamkeit, die letztlich in das Gewahrsein des Gewahrseins führt, wenn der Sucher sich identisch mit dem Gesuchten SCHAUT. . Gewahrsein vertieft sich allein durch  eine "automatisierte"= stabilisierte Achtsamkeit, die auch durch die Prozesse der Schattenintegration führt.
Der KIW arbeitet aber nur auf der Basis von Autosuggestion, das mag vielleicht zu einem Erwachen führen, aber m. E. niemals zur Transformation, die nur durch Selbstannahme bzw. die seelische Heilung der Person geschieht. Jede Erwachenserfahrung kann naturlich auch zu Transformation und letztlich zu Permagewahrsein führen, wenn der Sucher sich der Identifizierung  mit der Erwachenserfahrung - die unweigerlich stattfindet -  bewusst wird.
Der KIW legt m. E. vorrangigen Wert auf das HEIL des GEISTES und vernachlässigt die Heilung der Person (Ego).  Ich sehe darin das gleiche Muster, die gleiche Konsequenz der Dissoziation,  wie sie die ständige Meditation mit sich bringt, die besagt:  Ich bin nicht mein Körper. Ich bin nicht mein Fühlen....Denken..usw. 

Nochmal: Als erster Schritt kommt immer die volle totale Identifizierung mit dem, was ICH hier und jetzt bin und daraus erfolgt ganz "automatisch" alles andere... von dem man möglichst nichts wissen sollte... lol. Einen anderen Weg gibt es nicht, schon gar nicht, indem man das spirituelle Pferd von hinten aufzäumt und aus dem Selig Ende eine geglaubte Voraussetzung schafft auf der Basis der Illusion, dass das Ich, die Person eine Illusion ist.