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Mittwoch, 27. Juni 2018

Und der Himmel kann warten...(Fröhliche Wissenschaft)

Tagebuch aktuell:
Anlässlich einer Fragestellung: Die Phase des dyonisischen DaSeinsrausches geht vorüber, so wie die überwältigende Liebe zur eigenen Existenz, zur "brüllenden Lebensfreude",  zur "Frau Welt" vorübergehen SOLLEM, denn den letztgültigen Durchbruch in die Wahre Freiheit hat man noch vor sich.    Nicht, dass die Liebe aufhört, zu lieben, sie wendet sich nur nach innen, weg von den Objekten hin zur Erkenntnis des Absoluten SUBJEKT, das ICH BIN. Das bedeutet: wenn die Identifizierung mit der Objektliebe als solche erkannt ist, wird sie transformiert und verbindet sich mit der höheren Weisheit in einem nüchternen Gleichmut, der weder liebevoll noch lieblos ist. Und so ist es auch mit der Freude.Vergeistigte Liebe wie auch die vergeistigte Freude sind  daher keine Gefühle, diese transpersonalen Attribute sind aber auch nicht gefühlLOS/freudLOS.  Weil sie weder dies noch jenes sind, lassen sich die höheren Attribute so schlecht beschreiben bzw. eigentlich gar nicht.

Ein Sucher, der (noch) geliebt werden will, ist noch  nicht von Mama und Papa abgenabelt. Er sucht und erwartet zunächst vom spirituellen Lehrer bedingungslose personale (!) Liebe, Angenommensein, Respekt&Wertschätzung usw. - all die Dinge, die er letztlich nur in sich und aus sich SELBST heraus realisieren kann.
Solche Sucher suchen sich vorlieblich KuschelGurus, einen PapaJi,  der sie in den Arm nimmt, streichelt, tröstet -  einen Elternersatz, der ihre unbewussten kindlichen Bedürfnisse befriedigt, statt ihnen zu helfen, sich ihres grundlegenden Mangels und existenzieller Grundangst bewusst zu werden.  So ein Lehrer deckt zu statt auf. Für ungeheilte Gurus/spirituelle Lehrer ist diese Identifikation eine große Verführung und spirituelle Falle, weil diese Rolle eine grandiose  narzisstische Gratifikation verspricht. Bleibt die Aufmerksamkeit seines Publikums aus, geht dieser Guru ein.
(Ich bezweifle (immer noch) stark, dass ein echter Meister zugleich ein Therapeut sein kann, der sich der  Nachbeelterung (Re-parenting) seiner Schüler widmen würde.)

Jemand schrieb mir neulich, dass der Letztgültig Befreite sich an der Welt erfreuen würde. JEIN.  WAhr ist, am Ende der Reise zu dir  SELBST bekommst du die Welt verwandelt zurückgeschenkt, sie gehört ganz dir, du hast nur keinen Willen mehr, sie nach deinem Wunsch zu gestalten - du läßt geschehen, was immer auch geschieht. Am Anfang fühlst du dich in der Welt wie eine aufgehende Supernova oder ein von einem Millionenpublikum beklatschter Superstar, aber auch das vergeht.
Natürlich ist die Welt  nicht verwandelt, sondern DU, deine Perspektive hat sich verändert.  Was du "da draussen" siehst, hast du als Gedankenkonstrukt erkannt, als angelernte "Realität", daher siehst du mit deinen sinnlichen Augen nur eine bedeutungsentleerte  Objekt-Welt.  (Wobei auch diese Definition (Bedeutungsleere) zu eindeutig ist, denn die Welt verliert nicht wirklich an Bedeutung, sie hat immer noch ihren Wiedererkennenswert. Was man verliert, ist die Identifizierung mit den Interpretationen des Ego-Verstandes,  wie er die Welt sieht, aufgelöst wird also die Verhaftung an die vorherrschende Weltsicht/Philosphie/Religion/Ideologie usw.  Die Auflösung der den Mind begrenzenden Glaubenssätze hat auch die Auflösung der Identifizierung mit Namen/Benennungen zur Folge.

In diesem Kontext denke ich mal wieder zurück an die Suggestionen im  "Kurs in Wundern",  in der ich "geübt" hatte, eine bedeutungsLOSE (!) Welt zu sehen und  mich überkommt das Lachen darüber, weil es das Ego war, welches da geübt hat, egolos die Welt zu betrachten. Ich sags nochmal: Das funzt net, folks! Das Ego kann nämlich nicht einfach damit aufhören, sich VORSTELLUNGEN zu machen bei allem was es denkt und sieht und so sieht es auch Bilder hinein bei der Vorstellung von Bedeutungslosigkeit.  Damit du das WIRKLICH  auch alles erkennst, muss du - die  "Jungfrau" -  die  Lampe der Achtsamkeit  anzünden!

ES heisst, "der Kurs im Wundern gibt dir einen Schlüssel, wie du dir selber vergeben kannst, um die Quelle zur Selbstliebe zu öffnen." Der einzigste Schlüssel, den ich kenne, ist die Achtsamkeit. Wenn dich der Kurs nicht Achtsamkeit gegenüber ALLEM lehrt, taugt er nicht. Soviel ich weiss, spricht  der Kurs von Achtsamkeit nur in Bezug zu besonderen inneren oder äusseren Situationen.
Nochmal: Der KIW atmet für mich keineswegs den Geist des Jesus Christus. Jeder Finder, der das (Christus-)SELBST realisiert hat, kann das bestätigen. Für mich steht fest: Nur ein sadistischer Geist kann sich in einer solch quälenden verkopften und verquasten Sprache ausdrücken. Christus sprach in Gleichnissen ("Märchen") und berührte damit die Seele der Menschen...
Vielleicht kann man durch den Kurs ein erstes Erwachen erleben, mehr aber nicht. Der Prozess der Individuation und Transformation steht dabei noch aus.   Wenn dich eine Erkenntnis (Erwachen ist Erkenntnis) nicht transformiert, hat sie keine weitere Wirkung auf dein Leben. Vom Erwachen bleibt dann nur eine Erinnerung und ein neuer für wahr gehaltenener Glaubenssatz, neue Überzeugungen, die eine neue erweiterte Weltsicht kreiieren, statt die Identifizierung mit jeglicher Weltanschauung aufzulösen.  

Damit dein Erwachen eine transformierende Wirkung hat, musst du die "Erfahrung" bzw. Erkenntnis  vergessen! Loslassen! Runterkommen!
Die Erfahrung des Erwachens zur  Wahren Natur gründet auf einer kurzfristigen Abwesenheit von Ego. Die meisten Sucher identifizieren sich dann mit dieser ERfahrung und finden es schrecklich, wieder runter zu kommen und sich wieder mit der Person zu verbinden.  Ein weiteres Paradox: Der Glaube an die Illusion der Person/Ego  verhindert die Transformation des Egos.

Wieder runter zu kommen in die Niederungen der Personhaftigkeit ist ähnlich wie bei einer Nahtoderfahrung oftmals sehr schmerzhaft. Bei einer Nahtoderfahrung geschieht ja auch nichts anderes eine Ego-"Dissoziation" - ein Begriff, den ich zum ersten Mal in diesem Kontext benutze, da er mir bislang zu sehr mit pathologischer Psychodiagnostik behaftet war; wenn schon Dissoziation, dann hätte ich von konstruktiver Dissoziation gesprochen im  Gegensatz zu "destruktiver"=psychopathologischer Dissoziation, die ja  aus der Perspektive der gesunden  Ichfunktionalität- und Icherhaltung eine Krankheit diagnostizieren muss, die aus der transpersonalen Perspektive ein Erwachen aus dem Schlaf des Ichs bedeutet. Da habe ich bislang noch Unterschiede gemacht... hm....hm...hmmmm... - - -
Gerade JETZT erkenne ich: Es ist in allen Fällen DASSELBE, es ist der selbe GEIST, es gibt in der Qualität der "unterschiedlichen" Dissoziationen keinen Unterschied, sondern nur in der Deutung! Auch hier: Was dem Ego eine Not oder ein Laster ist, ist dem Wahren SELBST höchste Freude und eine Tugend.
Und ich  erkenne JETZT: In der höchsten Not  dissoziiert sich das Ich von der Schmerzhaftigkeit der Situation und löst die  Identifizierung mit dem Körper/Materie. Es tritt zur Seite, es "kehrt um"... Im Tode wie im Leben - und das  ist bei allen Lebewesen so! Jawoll! Yipppiiiiieeee!

Und in diesem Kontext  fällt mir gerade noch ein, wie ich früher einige "pathologische" Dissoziationen erlebte, wenn ich z.B. vor Angst hyerventilierte - (oops! -  Hyperventilation wird ja auch als spirituelle Übung empfohlen! JETZT begreife ich - HAH!!!) Meine sog. Angstzustände hatte ich aufgrund meines Gefühls, unter einem hochexplosiven inneren Druck zu stehen, wie ein Dampfkessel, der kurz davor ist zu explodieren und der Befürchtung, mein Ich zu verlieren, in tausend Fragmente zu zersplittern...  Ich trank dagegen Alkohol, der  beschleunigte jedoch diese Fragmentierung ganz rapide, was auch der Grund war, dass ich immer wieder für längere Zeiten aufhörte zu trinken. Ich sass nicht fest genug im Sattel meines Ichs. Und erst diese "Sattelung", dieses "DownSetteln" in der Gründsteinlegung  eines gesunden starken Ichs schuf die Voraussetzung für eine wirkliche Bewusstseinsentwicklung und Ich-Transformation. Ich musste lernen,  mich mit mir zu identifizieren, statt mich zu dissoziieren.!  Damals war ich ca. 26 Jahre alt und arbeitete in der Psychiatrie und war natürlich dementsprechend dogmatisiert. Spirituelle Interessen hatte ich wohl schon, brachte diese aber nicht in Verbindung mit meiner Angststörung und den damit zusannenhängenden Depressionen. Ich dachte nur, ich würde langsam verrückt.
Pathologische Dissoziation machte sich damals z.B. bemerkbar,
- als ich in der Bank Geld abheben wollte und meinen Namen nicht mehr wusste, als ich unterschreiben sollte.
- als ich meine eigenen Schritte hinter mir hergehen hörte.  Ich lief auf hohen Absätzen und hörte meine Schritte - klack klack klack -  zeitversetzt HINTER mir. Das war richtig unheimlich, ich guckte mich ständig nach mir selber um...LOL.
- als ich einmal auf dem Heimweg aus dem Bus stieg und mein Haus und die  Umgebung nicht mehr erkannte... 
Das dauerte alles nur ein paar Sekunden...

Im Berufsleben wurde es immer schwieriger. So konnte ich mich ganz schlecht auf Anweisungen konzentrieren. In Besprechungen begriff ich nichts mehr,   ich stand oft buchstäblich neben mir, hinter mir, ich war auch  hier irgendwie gar NICHT DA.
Ich glaube heute, dass es eine Art Verweigerung, Flucht in die "Absenz" resp. Dissoziation war,  denn ich fühlte mich nie ich-selbst, sondern immer nur von anderen gelebt, von fremden Erwartungen gesteuert und aufgefressen.  Nur im Alleinsein konnte ich mich von den Erwartungen anderer erholen und mich finden.
Aus transegoischer Sicht war ich nicht wirklich "krank", sondern  krankte quasi am "Wahnsinn der Normalität", in der alle Menschen unbewusste Roboter sind, derweil sie durch kollekive Konditionierung resp. Erwartungen  gesteuert sind.  Vielleicht war ich nur empfindlicher und durchlässiger für die WIRKLICHKEIT und WAHRHEIT, wobei mein Ich damals zu schwach und ungeerdet war, diese zu  ertragen und dadurch die Gefahr bestand, von unbewussten Inhalten überschwemmt werden, die ja sowohl Gott als auch den Teufel in sich bergen. 

Trotz der Erkenntnis, dass es sich bei der Qualität des Geistes der "pathologischen" Dissoziation um keinen anderen als den Geist des spirituellen Erwachens handelt, und es erst die Deutung ist, die ihn als krank oder als erleuchtend konnotiert,  kann ich den Begriff der Dissoziation immer noch nicht positiv resp.  konstruktiv konnotieren, (ich kann darüber nichts weiter aussagen, da der Mind bei diesen Überlegungen soeben wieder  paradoxe Gewässer ansteuert.LOL)
Aus der personal-dualen Perspektive der Ich-Psychologie ist Dissoziation ohne Frage krank. Aus der transegoischen Perspektive gibt es  zwar qualitativ  keinen Unterschied zwischen einer  dysfunktionalen Ego-Absenz und einer spirituellen Ich-Entrückung - aus transpsychologischer Sicht aber darf man m. E. nicht den Fehler machen, eine dysfunktionale Ego-Absenz zum spirituellen Erwachen zu verklären.  Der betreffende Klient oder Patient muss in jedem Falle geerdet werden, wenn nicht gar Neuroleptika zum Einsatz kommen müssen, die den selben Zweck erfüllen. In jedem Falle ist es oft sehr schmerzhaft und unangenehm, wieder auf den Boden der sog. Realität runter zu kommen.  Die Frage ist, ob der Klient soweit gefestigt ist,  dass er die unbewussten Inhalte verarbeiten kann.  Oft ist eine Psychose oder eine Überschwemmung mit unbewussten Inhalten ja dem Stress geschuldet, der darin liegt, just diese Inhalte aufs Heftigste abzuwehren.  Es darf zwecks Heilung  aber nicht primär um das Verklären transpersonaler "himmlischer" Visionen gehen, die den Betroffenen gewissermassen heiligsprechen, sondern zuvorderst um die Bewusstmachung der  verdrängten Anteile der Person -  die sind es nämlich, vor denen er flüchtet und die ihm die Hölle auf Erden bereiten.
Runterkommen bedeutet also die Arbeit an der Ichwerdung/Integration/ Individuation. Der Himmel kann warten...


Erwachen bzw. Ichlosigkeit darf man m. E. nicht mit spirituellen Übungen forcieren, eben weil immer eine Überschwemmung mit unbewussten Inhalten drohen kann. Auch das, was man spirituelles Erwachen nennt ist nicht ungefährlich für den Sucher bzw. Finder und bedarf der rationalen Verarbeitung. Wo diese nicht gegeben ist, weil das Ich/Intellekt zu schwach oder überwältigt zu werden droht, kann leicht eine psychotische Störung eintreten.  Nicht jeder kann den Verstand ohne jegliche Folgen verlieren. Auch deswegen kann eine begleitenden Psychotherapie jedem Meditierenden nur nützlich sein.

Bis bei mir die angstvolle und "pathologische" Ego-Entrückung (Dissoziation) zur immerwährenden gleichmütigen Verzückung transformierte, bedurfte es eines laaaaangen Individuationsprozesses.
Was  mir früher eine Not war, ist mir heute eine Fröhliche Wissenschaft.


UND ALLES WIRD OFFENBAR! Yeah!
Yipppiiiiiieeeee!

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